Schneechaos: Sperrungen in Aachen, Stolberg, Alsdorf und Düren

Region/Baesweiler: Erster Wintereinbruch: Unfälle, Behinderungen, Flugausfälle

Starker Schneefall am Sonntag hat für etliche Unfälle und Behinderungen auf den Straßen der Region gesorgt. Die Polizei musste zu Dutzenden von Unfällen ausrücken. Bei Baesweiler wurden ein Mensch schwer und drei weitere leicht verletzt, als ein Auto in den Gegenverkehr rutschte. In der Städteregion Aachen fielen etliche Busse aus, am Flughafen Düsseldorf wurde der Betrieb zeitweise eingestellt.

In der Städteregion Aachen krachte es fast drei Dutzend Mal. „Alleine in der Zeit von 10 bis 15 Uhr ereigneten sich hier rund 35 Verkehrsunfälle“, meldete die Leitstelle der Polizei am späten Nachmittag. Erst als nach 14 Uhr der Schneefall nachließ, beruhigte sich auch die Lage auf den Straßen allmählich.

Der folgenreichste Unfall ereignet sich auf der Bundesstraße B56/B57 zwischen Geilenkirchen und Baesweiler-Puffendorf. Um 12.46 Uhr geriet dort ein 46-jähriger Autofahrer in einer Rechtskurve rund 200 Meter vor Puffendorf aus der Spur und rutschte in den Gegenverkehr. Zwei entgegenkommende Autofahrer konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen, die Wagen krachten ineinander.

Einer der Insassen wurde dabei schwer verletzt, drei weitere leicht. Die Polizei schätzte den Schaden an den Fahrzeugen, die abgeschleppt werden mussten, auf rund 30.000 Euro. Im Bereich der Unfallstelle kam es während der Versorgung der Verletzten, der Unfallaufnahme und des Abtransports der beschädigten Autos zu Behinderungen.

Aus der Leitstelle der Polizeibehörde im Kreis Heinsberg hieß es: „Viele Bagatellunfälle, aber nichts Schlimmes“ angesichts des intensiven Schneegestöbers in den Mittagsstunden. Personen seien glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen, so die erste Bilanz der Polizei. Doch auch abseits der Hauptverkehrsrouten, auf denen die Streudienste dem recht üppigen Schnee kaum Herr wurden, war die Lage kaum besser. Auf glattem Untergrund wurde die Autofahrt für so manchen Verkehrsteilnehmer zur Rutschpartie.

Auch im Kreis Düren häuften sich die Unfälle. Die Polizei rät Verkehrsteilnehmern, vermeidbare Fahrten einzustellen oder sich mit größtmöglicher Vorsicht auf die Witterungsbedingungen einzustellen. Die Serpentinenstrecke auf der Landesstraße 11 zwischen Nideggen und Nideggen-Brück war am Sonntag nicht befahrbar. Es wurde eine Ableitung ab Nideggen eingerichtet.

Ein ähnliches Bild stellte sich auf den Autobahnen der Region dar. Auf der A44 zwischen Aachen und dem Kreuz Jackerath kam es zu zwei Unfällen mit Blechschäden. An der Anschlussstelle Alsdorf etwa fuhr ein Pkw gegen 13 Uhr aufgrund der Glätte gegen die Leitplanke. Verletzte gab es nicht. Auch auf der Autobahn 46 machte der Wintereinbruch den Verkehrsteilnehmern demnach zu schaffen. Auf der A4 bei Köln stellten sich am Samstag gleich mehrere Lkw quer. Die Lastwagen waren trotz der Glätte mit Sommerreifen unterwegs, wie die Leitstelle mitteilte.

Gefordert waren auch die Fahrer und Benutzer von Bussen in der Region. In Aachen, Stolberg und Alsdorf kam es zu Störungen im Linienverkehr. Wie ein Sprecher der Aseag am Sonntagmittag bestätigte, waren am Ronheider Berg, in Hanbruch, Sief und auf der Vaalser Straße witterungsbedingte Einschränkungen zu vermelden. Auch in Stolberg und Alsdorf war der Busverkehr nur eingeschränkt möglich. Gegen 14.30 Uhr konnten alle betrofffenen Abschnitte schließlich wieder befahren werden.

Nach den heftigen Schneefällen hatte der Flughafen Düsseldorf den Flugbetrieb zwischenzeitlich eingestellt. Nach Angaben eines Sprechers wurden am Sonntagmittag um kurz nach 12 Uhr erste Flüge gestrichen. Gegen 16 Uhr hob der Flughafen die Sperrung wieder auf.

Auch am Flughafen Köln/Bonn kam es am Sonntag zu einzelnen Flugausfällen. „Wir mussten zehn Flüge absagen. Es gibt Verspätungen und wir haben Landungen von anderen Flughäfen wie Düsseldorf übernommen. Ansonsten läuft der Betrieb”, sagte eine Sprecherin am Nachmittag.

Auch im übrigens Nordrhein-Westfalen führten heftige Schneefälle am Wochenende zu hunderten Verkehrsunfällen geführt. Auf der A3 am Kreuz Breitscheid stellte sich in den frühen Morgenstunden am Samstag ein Lkw quer und blieb stecken. Die Autobahn blieb bis in den frühen Nachmittag hinein teilweise gesperrt. Die Feuerwehr versorgte wartende Autofahrer, wie die Landesleitstelle der Polizei mitteilte. Aber nicht nur glatte Fahrbahnen bargen eine Gefahr - auch Bäume stürzten unter der Schneelast um. Am Sonntag folgte am Vormittag weiterer Neuschnee.

Auf den Autobahnen im Land kam es zu weiteren Unfällen und Staus. Auf der A2 bei Bad Oeynhausen stießen vermutlich wegen Schneeglätte zwei Autos und ein Lkw zusammen. Der voll beladene 40-Tonner kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich und landete auf dem Dach. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Allein auf den Autobahnen gab es zwischen Freitagabend und Sonntag nach Angaben der Landesleitstelle mehrere Hundert witterungsbedingte Unfälle mit mehr als zehn Verletzten. Zwei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Auch abseits der Autobahnen kam es landesweit zu zahlreichen Unfällen. Wie mehrere Polizeileitstellen übereinstimmend berichteten, blieb es dabei jedoch in den allermeisten Fällen bei Blechschäden.

In Solingen musste nach Angaben der Polizei Wuppertal eine Straße am Samstagmorgen für mehrere Stunden gesperrt werden, nachdem ein Baum unter der Schneelast auf die Straße gestürzt war. Wegen umstürzender Bäume und herunterfallender Äste wurde am ganzen Wochenende auch der Wuppertaler Zoo geschlossen, wie die Stadt mitteilte.

Im nahegelegenen Haan wurden laut Feuerwehrangaben mehrere Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt. In Mülheim an der Ruhr musste die Feuerwehr ein festgefahrenes Fahrzeug einer Hilfsorganisation freiziehen. Auch dort stürzten mehrere Bäume unter der Schneelast um.

Im Bahnverkehr gab ebenfall in ganz Nordrhein-Westfalen Probleme. Im Fernverkehr mussten Züge wegen Störungen an den Weichen umgeleitet werden. So ging über Stunden rund um Wuppertal nicht viel. Die Bahn in NRW riet über Twitter, Reisen mit der Bahn ganz zu verschieben, weil der Schienenersatzverkehr wegen der winterlichen Straßenverhältnisse ebenfalls ausfiel. In anderen Landesteilen gab es Probleme mit S-Bahnen und Regionalzügen.

Der Deutsche Wetterdienst sagte für Sonntagabend und die Nacht auf Montag steigende Temperaturen und damit verbundenes Tauwetter voraus.

Nach Schnee und Eis am Wochenende soll in der Nacht ein Sturmtief mit höheren Temperaturen über NRW ziehen. Im Flachland geht der Schnee dabei in Regen über. Vereinzelt sind schwere Sturmböen möglich. „Wir haben allerdings keine Unwetter-Situation”, sagte eine Meteorologin am Nachmittag.

(red/eska)
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