Schnee sorgt in Aachen, Düren und Heinsberg für Unfälle und Staus

Ein Toter, viele Schäden : Erneuter Wintereinbruch sorgt für fast 100 Unfälle

Da ist er wieder, der Winter: Mit anhaltenden Schneefällen hat sich die kalte Jahreszeit am Mittwoch in der Region zurückgemeldet. Immer wieder mussten Feuerwehr und Hilfsdienste zu rund 100 Unfällen ausrücken. Im niederländischen Grenzgebiet starb ein Fahrer.

Schon am Morgen zogen Schneeschauer von der Eifel über das Rheinland und Ruhrgebiet bis nach Ostwestfalen hinweg. „Von Südwest kommt aber noch mehr Nachschub“, sagte Malte Witt vom Deutschen Wetterdienst in Essen am Mittag.

Durch den Schneefall ging es auf vielen Straßen nur langsam voran. Im Zeitraum zwischen 6 und 11 Uhr musste die Polizei in der Städteregion zu 77 Verkehrsunfällen ausrücken. Dabei wurden zwei Autofahrer leicht verletzt, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Vergleichsweise ruhig ging es dagegen in der Eifel zu. „Die Eifler sind halt schneeerprobt”, stellte Kemen fest.

Vielerorts blieben Lastwagen liegen, weshalb die Abschleppwagen ausrücken. Im Dürener Südkreis mussten einige Straßen gesperrt werden. In Schmithof stießen ein Lastwagen und ein Bus zusammen. Viele Fahrer hatten Probleme mit glatten Fahrbahnen auf ansteigenden Strecken.

Der Winter hat unsere Region fest im Griff

Die Polizei im Kreis Düren meldete bis zum Mittag 17 Unfälle mit Blechschaden. Dabei wurden vier Personen leicht verletzt. Die Gesamtsumme der Sachschäden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 52.000 Euro.

Ruhiger ging es im Kreis Heinsberg zu, wo es auch weniger stark schneite. Dort kam es zu keinen Unfällen, bestätigte Polizeisprecherin Angela Jansen.

Genau 16 Mal krachte es im Rhein-Erft-Kreis. Zwei Autofahrer mussten nach einer Kollision in Bergheim ins Krankenhaus.

Einen tödlichen Unfall gab es in Margraten in der niederländischen Provinz Limburg, rund 15 Kilometer westlich der deutschen Grenze bei Aachen. Dort geriet der Fahrer eines Traktors unter sein Fahrzeug, als dieses auf glatter Fahrbahn umstürzte. Die Helfer konnten den 78-Jährigen nur noch tot bergen.

Verspätungen im Busverkehr

Paul Heesel, Sprecher des Verkehrsunternehmens Aseag, meldete am Vormittag, dass es auf einigen Linien zu Beeinträchtigungen und Ausfällen käme. Der Bahnverkehr läuft dagegen bisher nach Plan. Informationen zu einzelnen Linien gibt es unter 0241/16881 und bei der Online-Fahrplanauskunft. Auch beim Busanbieter Rheinlandbus kam es zu Störungen im Betriebsablauf. Fahrten auf bergigen Strecken, beispielsweise zum Gymnasium Vossenack oder zum Rursee, mussten ausfallen. In Aldenhoven und Herzogenrath werden eisglatte und nicht geräumte Straßen gemeldet.

Schneepflüge waren überall in der Region im Einsatz. Foto: ZVA/Ralf Roeger

Zwar waren die Fahrzeuge der Aachener Feuerwehr noch nicht mit Schneeketten auf den Straßen unterwegs. „Wir haben die Ketten aber heute früh mal hervorgeholt und geübt, wie man sie aufzieht“, sagt ein Mitarbeiter der Leitstelle auf Anfrage unserer Zeitung. „So sind wir auf den Ernstfall bestens vorbereitet, falls wir wirklich einmal die Schneeketten brauchen sollten.“

Aus Sicht der Feuerwehr gab es jedoch bislang noch keine außergewöhnlichen Vorkommnisse aufgrund des Wetters. „Der ganz normale Wahnsinn“, sagte der Sprecher mit einem Schmunzeln.

Auch im benachbarten Belgien hat das Schneetreiben zu Unfällen und glatten Straßen geführt. Einen Unfall, bei dem selbst ein Winterdienst-Fahrzeug nicht gegen das Eis auf der Fahrbahn ankam, hat Daniel Hilligsmann aus Kelmis gefilmt.

Weitere Schneefälle angekündigt

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt soll es von Aachen bis in die Eifel bis zum späten Abend schneien. Da erst am Freitag wieder leichte Plusgrade erwartet werden, wird die Schneedecke auch noch einige Zeit liegen bleiben. Im Raum Heinsberg könnte der Schnee am Mittwochabend in leichten Regen umschlagen, der in der Nacht für zusätzliche Glätte sorgt.

Im Laufe des Mittwochs soll sich der Schneefall laut DWD über das ganze Land ausbreiten. Vorsicht geboten ist dann vor allem in Lagen über 200 Metern. Hier könne bei Dauerfrost eine Schneedecke liegen bleiben, sagte der DWD-Sprecher. In der Eifel und im Bergischen Land sei mit einer Schneedecke von 1 bis 5 Zentimetern zu rechnen. Auch wenn es im Flachland nach Angaben des Sprechers eher zu Schneematsch kommt, ist überall auf den Straßen mit Glättegefahr zu rechnen. Gerade bei einsetzendem Schneefall könnten die Temperaturen besonders bis zum Mittag unter 0 Grad sinken und auch in tieferen Lagen rutschig werden.

Durchdrehende Reifen auf glatter Straße: Am Stolberger Donnerberg ging es für diesen Lastwagen nicht weiter. Ein Winterdienstfahrzeug war zum Glück zur Stelle. Foto: ZVA/Marc Heckert

In der Nacht war es auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen ruhig geblieben. Glätteunfälle gab es laut Polizei keine. Die Polizei rechnet allerdings mit Beeinträchtigungen. So waren unter anderem in Detmold nach Angaben eines Sprechers am frühen Morgen schon Streufahrzeuge unterwegs.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Viele Unfälle und Staus durch Schneefall

(cheb/heck/dpa)
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