Bonn: Schlag auf Kopf war Notwehr: Freispruch für Bonner Polizeibeamten

Bonn: Schlag auf Kopf war Notwehr: Freispruch für Bonner Polizeibeamten

Das Amtsgericht Bonn hat den Schlag eines Polizisten gegen den Kopf eines 16-Jährigen bei einer Festnahme als Notwehr beurteilt. Das Gericht sprach damit den 50 Jahre alten Oberkommissar vom Vorwurf der Körperverletzung im Amt frei, wie am Montag bekannt wurde.

Vor rund zweieinhalb Jahren im Oktober 2010 hatte sich der damals 16 Jahre alte Jugendliche am Steuer eines Autos eine Verfolgungsjagd in der Bonner Innenstadt mit der Polizei geliefert. Dem Oberkommissar war vorgeworfen worden, bei der anschließenden Festnahme dem Jugendlichen einen Kopfschlag („Schockschlag”) versetzt zu haben, obwohl der Jugendliche bereits an den Händen gefesselt gewesen war. Eine Videokamera im Polizeiwagen hatte die Szene aufgezeichnet. Daraufhin waren Ermittlungen gegen den Beamten eingeleitet worden.

Nicht im Video zu sehen war jedoch, dass der 16-Jährige mit seinen Füßen gegen die Beamten - so wörtlich - „wie ein Pferd” getreten hatte. Der Kopfschlag sei Notwehr gewesen, hieß es jetzt im Urteil. Der Polizeibeamte habe sich mit dem gezielten Schlag gegen die Tritte wehren dürfen. Bei der polizeilichen Vernehmung hatte der Jugendliche die Tritte eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer einen Freispruch gefordert. Der 16-Jährige war damals wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu einem Freizeitarrest und 25 Sozialstunden verurteilt worden.

(dpa)
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