Roermond: Scharf schießender Lottogewinner freigesprochen

Roermond: Scharf schießender Lottogewinner freigesprochen

Ein scharf schießender Lottogewinner, der unter die Rocker gefallen war, ist jetzt vom Gericht in Roermond freigesprochen worden. Der 49-Jährige aus Heythusen nahe Roermond hatte mit seiner Freundin Mitte 2012 eine halbe Million Euro in der Staatslotterie gewonnen.

Das Paar beschloss, über den unerwarteten Reichtum Schweigen zu bewahren, leistete sich jedoch einige teure Anschaffungen. Ob es daran lag oder an der Tatsache, dass der 49-Jährige nach Berichten von Medien in der Unterwelt kein Unbekannter ist, die Kunde vom Volltreffer landete auch in Rockerkreisen.

Das Paar wurde bedroht, erpresst und überfallen. Unter anderem musste es nach Ermittlungen der Behörden 130.000 Euro, einen Mercedes und eine Rolex an der Motorradclub Satudarah herausrücken, wurde aber immer noch belagert.

Der 49-Jährige wurde von der Polizei beschützt und musste wochenlang in ein Hotel ziehen. Im November letzten Jahres verlor der Mann die Nerven und schoss aus seiner Wohnung gezielt auf ein Auto, in dem sich drei Insassen angeblich mit einer Maschinenpistole befanden.

Seitdem saß der Mann in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft beschuldigte ihn des versuchten Totschlags und forderte 15 Monate Freiheitsentzug, vier davon auf Bewährung. Das Gericht sah jedoch von einer Bestrafung ab, weil der 49-Jährige in Notwehr gehandelt habe und das Paar vor der Schießerei in großer Angst gelebt habe.

(hau)
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