Säuglingssterblichkeit in NRW und Aachen bleibt auf niedrigem Niveau

Deutlich mehr Jungen als Mädchen : Säuglingssterblichkeit bleibt auf niedrigem Niveau

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 654 Säuglinge im ersten Lebensjahr gestorben. Im Vorjahresvergleich verharre die Säuglingssterblichkeit damit unverändert bei 3,8 Kindern je 1000 Lebendgeborenen.

Das teilte das Statistische Landesamt am Freitag mit. 2017 waren 655 Säuglinge gestorben. Erfasst wird der Anteil der Kinder, die lebend geboren werden und noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres sterben.

In der Städteregion Aachen sind im Jahr 2018 insgesamt 23 Säuglinge gestorben, zehn mehr als im Vorjahr. Das sind 4,5 Säuglinge pro 1000 Neugeborenen und liegt damit über dem NRW-Durchschnitt. Im Kreis Heinsberg sind acht Säuglinge gestorben, ebenso wie im Jahr 2017. Dennoch hat sich der Wert je 1000 Neugeborenen von 3,5 auf 3,4 verbessert, da 112 mehr Kinder zur Welt gekommen sind. Die wenigsten Säuglinge starben im Kreis Düren: Von 2482 Neugeborenen sind fünf im Jahr 2018 gestorben – ein Verhältnis von 2,0 Kindern je 1000 Neugeborenen.

Die Säuglingssterblichkeit liege seit Jahren auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, sagte eine Sprecherin. Um das Jahr 1990 lag sie noch etwa doppelt so hoch wie 2018, in den 1970er Jahren etwa beim Sechsfachen. Grund seien medizinische Fortschritte, vor allem bei der Prävention. So seien heute Geburtsvorbereitungskurse weit verbreitet, in denen Eltern über die richtige Kleidung und Lagerung der Kinder und etwa die Belüftung des Kinderzimmers informiert würden. Außerdem werde deutlich weniger geraucht.

Auffällig ist der Geschlechterunterschied: Es sterben deutlich mehr Jungen als Mädchen im ersten Lebensjahr. 2018 gab es NRW-weit 295 weibliche Säuglings-Todesfälle und 359 männliche. Zugleich werden aber etwas mehr Jungen als Mädchen geboren. Die Gründe sind in der Wissenschaft umstritten. Einige Forscher sehen in dem geringen Jungen-Überschuss bei der Geburt eine Vorsorge oder Reserve, die sich über die Evolution entwickelt hat, weil Männer im Schnitt riskanter leben und deutlich früher sterben.

(jas/dpa)
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