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Ukrainekrieg: RWTH-Professor startet mit Uniklinik medizinische Hilfsaktion

Ukrainekrieg : RWTH-Professor startet mit Uniklinik medizinische Hilfsaktion

In den Krankenhäusern in der Ukraine fehlt es an vielem. Der RWTH-Professor und gebürtige Ukrainer Prof. Andrij Pich hat deswegen eine medizinische Hilfsaktion initiiert. Er will das Material selbst bis zur Grenze bringen.

Der RWTH-Professor Andrij Pich hat eine Spendenaktion initiiert, um die Krankenhäuser in der Ukraine mit dringend benötigten und derzeit knappen Medikamenten sowie mit Verbandsmaterial und weiteren medizinischen Hilfsmitteln zu versorgen.

In Pichs Familie und Freundeskreis gibt es eine Reihe Medizinerinnen und Mediziner, die in den Krankenhäusern vor allem in Lwiw, aber auch in Kiew tätig sind. Sie schilderten ihm den kriegsbedingten Mangel an Verbandsmaterial, Antibiotika, Anästhetika und anderen medizinischen Gütern. Die Lager sind demnach leer, weil Arzneimittel und Verbandsmaterial für die Behandlung stark Verletzter in den umkämpften Osten des Landes transportiert wurden.

Aber auch in Lwiw, sagen sie, kämen jetzt die ersten Verwundeten aus den Kampfgebieten an. Die Ärztinnen und Ärzte vor Ort haben Listen über dringend benötigtes Material erstellt. „Wir wissen exakt, was vor Ort gebraucht wird. Das medizinische Personal dort steht teils mit leeren Händen da“, sagt Pich.

Die Apotheke der Uniklinik Aachen will mit Hilfe der Spenden beschaffen, was dringend in den ukrainischen Kliniken gebraucht wird. Der Chemiker will dann den Hilfstransport selbst bis zur polnisch-ukrainischen Grenze begleiten. Dort sollen seine Freunde und Verwandten die Waren übernehmen und sie in die Krankenhäuser vor Ort bringen.

Pich wurde im ukrainischen Lwiw geboren, er ist dort aufgewachsen und hat in seiner Heimat Chemie studiert. Mit 22 Jahren wechselte er zur Promotion nach Dresden, nach einem Aufenthalt in Kanada ist er seit 2009 an der RWTH am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der RWTH und am DWI-Leibniz-Institut für Interaktive Materialien. Sein halbes Leben verbrachte der 46-Jährige in der Ukraine, seine Familie und viele Freunde leben dort. „Wenn ich sehe, was mit meinem Volk zurzeit passiert, bin ich tief erschüttert“, sagt er.

An der RWTH Aachen hat der Chemiker bereits viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die geplante Hilfsaktion gewonnen. Die Leitungen der Hochschule und der Uniklinik unterstützen sie nachdrücklich. „Wir setzen ein humanitäres Zeichen und Spendengelder gezielt ein“, unterstreicht RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger.

(cs)