Aachen/Düsseldorf: RWTH-Professor Schuh zum Schattenminister ernannt

Aachen/Düsseldorf: RWTH-Professor Schuh zum Schattenminister ernannt

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in NRW, Norbert Röttgen, hat zwei neue Kandidaten für sein Schattenkabinett vorgestellt. Mit dabei, der Aachener Hochschulprofessor Günther Schuh, Prorektor an der RWTH und Geschäftsführer der Campus GmbH.

Der Parteilose soll im Falle eines Wahlsieges von Röttgen ein neu zugeschnittenes Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft übernehmen.

Die traditionelle Aufteilung der Ministerien werde den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht, sagte Röttgen. Schuh sei als Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler sowie Aufsichts- und Beirat in mehreren Unternehmen die richtige Person für das Programm.

Für viele dürfte die Bereitschaft des 53-Jährigen, in die Politik zu wechseln, eine Überraschung sein. Stand er doch wie kein anderer für den RWTH-Campus. Im Falle einer Ernennung zum Minister müsste Schuh alle seine Aktivitäten an der RWTH ruhen lassen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Schuh, dass ein Grund für sein politisches Engagement die Erfahrungen der vergangenen Monate seien. „Das Einzige, was dem Campus heute noch fehlt, ist der behördliche und politische Gestaltungswille”, sagte Schuh. Nicht nur der Campus erfahre zu wenig Unterstützung aus der Politik. Ähnlich erginge es vielen Hochschulen in NRW, deren Potenzial nicht ausgeschöpft werde. „Das empfinde ich als ernüchternd”, so Schuh. Auch aus diesem Grund dränge es ihn in die Politik, um als Minister den Hochschulen mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

Zweiter Kandidat für Röttgens Schattenkabinett ist Klaus Kaiser, Mitglied der bisherigen CDU-Landtagsfraktion. Kaiser soll das Bildungsressort übernehmen. Röttgen sagte bei der Vorstellung am Mittwoch in Düsseldorf, dass er bundeseinheitliche Standards in den wichtigsten Schulfächern will. „Wir haben es mit dem Bildungsföderalismus übertrieben”, sagte der CDU-Landeschef. Für viele Familien mit Schulkindern seien Umzüge zwischen den Bundesländern zum Angstthema geworden.

Im Falle eines Wahlsiegs am 13. Mai will Röttgen sich für bundeseinheitliche Lehrpläne in den Kernfächern einsetzen. Viele hätten schulische Anschlussprobleme, sagte er. Jeder wisse, dass die Schule der gesellschaftlich notwendigen Mobilität nicht mehr gerecht werde. Deshalb müsse in den Kernfächern bundesweit das Gleiche gelernt werden.

Bis zur nächsten Woche will Röttgen die letzten beiden Mitglieder seines elfköpfigen Schattenkabinetts präsentieren. Günther Schuh ist neben der als Energieministerin vorgesehenen Wirtschaftsprofessorin Claudia Kempfert das zweite parteilose Mitglied in Röttgens Führungsteam.

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