Aachen/Genf: RWTH: Erster Erfolg bei Suche nach Antimaterie

Aachen/Genf: RWTH: Erster Erfolg bei Suche nach Antimaterie

Die internationale Suche nach Dunkler Materie hat, unter maßgeblicher Beteiligung Aachener Forscher, erste Erfolge für sich verbuchen können. Nach der Auswertung von 25 Milliarden Daten des AMS-Experiments aus 18 Monaten auf der Internationalen Raumstation (ISS) steht fest, dass es in der kosmischen Strahlung einen „Exzess von Positronen“ gibt, was auf das Vorhandensein von Antimaterie deuten könnte (Positronen sind die Antiteile von Elektronen).

Das gab der Leiter des Experiments, Physik-Nobelpreisträger Samuel Ting, am Mittwoch im Kernforschungszentrum Cern bekannt.

„In den nächsten Monaten wird AMS schlüssig belegen können, ob diese Positronen ein Zeichen für Dunkle Materie sind oder ob sie einen anderen Ursprung haben.“ Ein möglicher anderer Ursprung könnten Magnetfelder von Pulsaren sein, Überreste einer Supernova, wie Stefan Schael gegenüber unserer Zeitung erläutert.

Prof. Schael ist mit dem I. Physikalischen Institut der RWTH Aachen maßgeblich an dem AMS-Detektor-Experiment beteiligt, das seit Mai 2011 auf der ISS die kosmische Strahlung nach Anti- und Dunkler Materie abtastet. „Diese Messungen sind hundert Mal so gut wie alles, was vorher gemessen wurde. Wir können jetzt sagen, dass sich der ganze Aufwand lohnt.“ Die Daten werden auf dem Superrechner Juropa des Forschungszentrums Jülich ausgewertet.

(abt)