RWTH Aachen: Land NRW fördert Start-up-Center mit 150 Millionen Euro

Land fördert auch Zentrum auf Campus der RWTH Aachen : 150 Millionen Euro Anschub für junge Start-ups

Die RWTH Aachen gehört zu den sechs Hochschulen in NRW, an denen Start-up-Center geschaffen werden. Damit sollen Ausgründungen junger, innovativer Unternehmen aus den Hochschulen heraus besser gefördert werden.

Die Hochschulen werden dabei vom Land über einen Zeitraum von fünf Jahren mit Fördergeldern in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro unterstützt. Eine von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) eingesetzte Expertenjury hat jetzt entsprechende Empfehlungen ausgesprochen.

Neben der RWTH werden die TU Dortmund sowie die Universitäten Bochum, Köln, Münster und Paderborn innerhalb der Initiative „Exzellenz Start-up Center.NRW“ unterstützt.

In Aachen soll nun der größte sogenannte Technologie-Inkubator Europas etabliert werden. Herzstück ist ein etwa 3200 Quadratmeter großer „Collective Incubator“ auf dem Campus, wo sich Studierende, Wissenschaftler und Unternehmen austauschen können. Dort sollen die Möglichkeiten der RWTH Aachen, der Unternehmen auf dem Campus, der sechs Fachinkubatoren sowie die Technologieexpertise und das unternehmerische Potenzial von Studierenden und Forschenden zusammengeführt werden. Außerdem ist eine 1000 Quadratmeter große Werkstatthalle geplant, die die Entwicklung neuer Produkte in kürzester Zeit ermöglichen soll. So sollen jährlich bis zu 90 Unternehmensgründungen initiiert und „langfristig zehntausende Arbeitsplätze in NRW und der Region“ geschaffen werden.

Das Konzept ziele darauf ab, „dass unternehmerisches Denken und Handeln zentraler Bestandteil der RWTH-Kultur wird“, sagte Prof. Malte Brettel, Prorektor für Wirtschaft und Industrie. „Keine Idee, kein Forschungsergebnis für den Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft soll verloren gehen. Jedes Start-up bekommt zielgerichtet die Unterstützung, die es für eine erfolgreiche Gründung benötigt.“

„Die innerhalb der Exzellenzinitiative verankerte Denkweise, in allen Situationen unternehmerisch zu agieren, kombiniert mit den wegweisenden Forschungsergebnissen, bildet die Basis für ein immenses Gründungspotenzial an der RWTH“, erklärte der Rektor der Hochschule, Prof. Ulrich Rüdiger. „Gleichermaßen sehen wir den Ideenreichtum und das Engagement unserer Studierenden. Dies wollen wir in bis dato nie dagewesener Form fördern.“

Minister Pinkwart gratulierte den Hochschulen zu ihrem Erfolg. NRW sei „eine führende Wissenschafts- und Innovationsregion in Europa. Die Forschungsexzellenz muss aber stärker als bisher zur Gründungsexzellenz werden und zu anderen Regionen aufschließen“, sagte er. Mit den Fördergeldern könnten die Universitäten ihre Gründungsinitiativen deutlich ausweiten und zu „regionalen Start-up-Ökosystemen“ heranwachsen.

Die Hochschulen werden über einen Zeitraum von fünf Jahren dabei unterstützt, die Anzahl und die Qualität vor allem innovativer und wachstumsstarker Ausgründungen deutlich zu steigern. In einem nächsten Schritt sollen sie nun ihre Projektkonzepte entsprechend der Auflagen der Jury überarbeiten.

Die Förderung beginnt im Mai. Spätestens dann wird auch klar sein, wie viel Geld die Hochschulen jeweils konkret erhalten. Im dritten Jahr werden die Center von der Jury begutachtet. Fällt diese Prüfung positiv aus, werden sie für zwei weitere Jahre gefördert.

(hjd)