Erkelenz: Rund 600 Menschen demonstrieren friedlich gegen Braunkohle

Erkelenz: Rund 600 Menschen demonstrieren friedlich gegen Braunkohle

Hunderte Menschen haben am Samstag am Rand des Tagebaus Garzweiler gegen den weiteren Braunkohleabbau demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 600 Tagebau-Gegner, darunter viele Familien mit Kindern, an dem bunten Kundgebungszug teil.

Sie liefen gegen 15 Uhr vom zerstörten alten Dorf Borschemich in den Nachbarort Keyenberg, wo die Umsiedlung für die rund 800 Einwohner Ende des Jahres beginnt. Hiefür wurde die Landstraße 12 und die Landstraße 277 von der Polizei kurzzeitig gesperrt. In Keyenberg endete der Demonstrationszug mit einer weiteren Kundgebung gegen 18 Uhr. Die Demonstration soll Auftakt sein für eine Reihe von weiteren Aktionen im Rahmen des Klimacamps in Erkelenz-Lützerath.

Der Aachener Polizeipräsident Herr Weinspach zeigte sich mit dem polizeilichen Einsatz zufrieden. Im Rahmen der Demonstration und der Kundgebungen konnte er erneut in den Dialog mit diversen Beteiligten, Verantwortlichen und Landtagsabgeordneten treten.

„Hier wurde am heutigen Tag ein Zeichen des friedlichen Protests gesetzt! Ich hoffe, dass dies ein positives Zeichen für die weiteren bevorstehenden Tage ist”, sagte der Polizeipräsident nach der Abschlusskundgebung der Mahnwache der Gewerkschaft IG BCE.

Beim Klimacamp wollen Teilnehmer in einem „Aktionslabor” in eigener Organisation Aktionen vorbereiten und durchführen. Ein Camp-Sprecher hatte auch Aktionen des zivilen Ungehorsams angekündigt. Die Polizei rechnet mit Straftaten. Sie ist bis zum 29. August mit über 1000 Beamten Leuten rund um die Uhr im Einsatz. Beim „Klimacamp” im vergangen Jahr hatte es Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben als Hunderte Teilnehmer den Tagebau Garzweiler stürmten.

Zu der Demonstration „Kohle oder Zukunft?” hatte ein Bündnis aus lokalen Bürgerinitiativen, dem Bund für Umwelt und Naturschutz und dem Klimacamp aufgerufen. Die Demonstration richtete sich nach Angaben der Veranstalter gegen die Zerstörung von Dörfern und Ökosystemen durch den Tagebau und gegen die Auswirkung der Braunkohleverstromung auf das globale Klima.

(dpa/red)
Mehr von Aachener Zeitung