Köln: Rohrbombenanschlag auf Kölner Bürogebäude weiter ungeklärt

Köln: Rohrbombenanschlag auf Kölner Bürogebäude weiter ungeklärt

Auch rund drei Wochen nach dem versuchten Rohrbombenanschlag auf ein Kölner Bürogebäude hat die Polizei noch keine heiße Spur.

„Bislang kennen wir weder das Motiv für die Tat, noch gibt es Anhaltspunkte zu möglichen Tatverdächtigen”, sagte ein Polizeisprecher. Brauchbare Zeugenhinweise gebe es nicht, auch hat es kein Bekennerschreiben gegeben.

In der Nacht zum 1. Juli hatte eine Passantin ein kleines Feuer am Seiteneingang des Bürogebäudes in der Kölner Südstadt gemeldet. Dort fand eine Streifenwagenbesatzung brennende Kohle, in der ein zwölf Zentimeter langes Rohr lag. Der Gegenstand wurde durch einen Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) entschärft.

Die anschließende kriminaltechnische Untersuchung hat nach Angaben des Polizeisprechers die Gefährlichkeit des Sprengkörpers bestätigt. Dieser sei nur aufgrund eines technischen Versehens nicht gezündet worden. In dem Gebäude ist die Zweigstelle einer Versicherung und die Kölner Taxi-Zentrale untergebracht.

Einen Zusammenhang mit dem Rohrbombenanschlag in der Kölner Keupstraße schließt die Polizei aus. Am 9. Juni 2004 wurden bei der Explosion auf der belebten Einkaufsstraße 22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Obwohl es Überwachungsbilder vom mutmaßlichen Täter gibt, ist der Fall bis heute ungelöst.

Allerdings hatten die Ermittlungen in diesem Fall zur Aufklärung eines weiteren Rohrbombenanschlags in der Kölner Südstadt geführt. Schon am 10. März 1980 hatte ein Unbekannter eine selbst gebaute Rohrbombe in die voll besetzte Gaststätte „Ferkulumstuben” geworfen. Dabei wurden zwei Gäste schwer und mehrere Anwesende leicht verletzt.

27 Jahre nach der Tat hatte ein Mann den Anschlag gestanden. Hintergrund waren Machtkämpfe in der örtlichen Kneipenszene gewesen. Die Tat war nach 20 Jahren verjährt, so dass der Bombenbauer keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr zu fürchten hatte.