Sittard: Rockerkrieg: Café in Sittard schon länger im Visier der Bandidos

Sittard: Rockerkrieg: Café in Sittard schon länger im Visier der Bandidos

Ein Eilverfahren gibt Einblicke in den Kampf der Rockerbanden in Limburg: Die niederländische Polizei und Gemeinde wussten scheinbar schon seit Monaten von einer Bedrohung des Cafés Dug Out in Sittard, das am 7. Mai Schauplatz einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den Rockerbanden Bandidos und den Red Devils wurde.

Das wurde am Montag durch ein Eilverfahren bekannt, das die Eigentümerin des Cafés gegen die veranlasste Schließung ihrer Kneipe nach der Massenschlägerei in die Wege geleitet hatte. Wie die niederländische Tageszeitung „Dagblad de Limburger“ berichtet, bedrohten schon im Januar Mitglieder der Bandidos die Besitzerin und die Anwesenden im Café. Nachdem sie den Vorfall zur Anzeige gebracht hatte gab es ihr zufolge Absprachen mit der Polizei, an die sie sich gehalten hatte. Den Entschluss der Gemeinde, ihr Café für mindestens drei Monate zu schließen, empfindet sie daher als ungerecht. Sie fühlt sich als Opfer des Geschehens. Der Anwalt der Eigentümerin nannte den Beschluss der Gemeinde Sittard-Geleen nachlässig und übereilt.

Die Schließung erfolgte nach der Massenschlägerei, bei der auch ein Schuß fiel. Etwa 15 Mitglieder der Bandidos gingen auf drei Red Devils los. Der Partner der Besitzerin des Cafés, selbst Mitglied der Hells Angels, soll den Ermittlungen zufolge dann aus dem Raum durch das Fenster geschossen haben, woraufhin die Rocker sich aus dem Staub machten.

Das Café wurde vor allem von Mitgliedern der Red Devils besucht, der ein einflussreicher Supporter-Club der Hells Angels ist, die seit Jahrzehnten mit den Bandidos verfeindet sind und auch in Deutschland zum Teil brutale Revierkämpfe austragen.

(lea)