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Humboldt-Professur: Robotik-Expertin kommt an RWTH

Humboldt-Professur : Robotik-Expertin kommt an RWTH

Heike Vallery hilft mit den von ihr entwickelten Robotern Menschen, die motorisch eingeschränkt sind. Nun kommt die frühere RWTH-Absolventin mit einer Alexander-von-Humboldt-Professur als Spitzenforscherin nach Aachen zurück.

Die 42-jährige Maschinenbauingenieurin Heike Vallery bekommt eine Alexander-von-Humboldt-Professur und kann damit voraussichtlich zum 1. Januar 2023 an die Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen wechseln. Vallery, derzeit an der TU Delft, ist eine Spitzenforscherin an der Schnittstelle von Maschinenbau und Medizin. Ihre Arbeit zur Robotik zur Unterstützung der menschlichen Bewegung zeichnet sich sowohl durch theoretische Beiträge als auch durch praktische Auswirkungen aus und ebnet den Weg zu einer Medizintechnik, die für alle motorisch eingeschränkten Personen zugänglich ist.

Auf Basis grundlegender theoretischer Analysen hat sie Richtlinien für Roboter entwickelt, die Menschen bei der Bewegung unterstützen. Sie konzipierte die ersten 3D-Robotertherapieumgebungen, die ein Gangtraining ermöglichen, und entwarf tragbare Roboter, die das Gleichgewicht verbessern. Ihre Technik kann beispielsweise auch Schlaganfall-Überlebenden helfen, ihr Gleichgewicht zu verbessern. Sie arbeitet an einer technologiegestützten Rehabilitation und an der Entwicklung von Beinprothesen.

Für Heike Vallery ist es eine Rückkehr an ihre Alma Mater. 2004 hat sie an der RWTH ihr Diplom mit Auszeichnung erhalten. Nach der Promotion an der TU München arbeitete sie von 2008 bis 2011 als Postdoktorandin an der ETH Zürich. Zu dieser Zeit begannen sie und ihr Team mit der Realisierung verschiedener transparenter Roboterschnittstellen für das 3D-Gangtraining, die nun bahnbrechende Forschungen zur Genesung nach einer Rückenmarksverletzung ermöglichen. Von 2011 bis 2012 war sie Assistenzprofessorin an der Khalifa University in Abu Dhabi und kam 2012 in derselben Funktion an die TU Delft.

Mittlerweile arbeitet sie als ordentliche Professorin an der TU Delft an minimalistischen und unkonventionellen Konzepten zur Unterstützung des menschlichen Gangs und Gleichgewichts. Seit November 2019 hat sie außerdem eine Honorarprofessur an der Abteilung für Rehabilitationsmedizin am Erasmus MC in Rotterdam inne. Heike Vallery hat 15 Patentanmeldungen eingereicht. Während der Covid-19-Pandemie war Vallery auch Co-Leiterin von „project inspiration“ an der TU Delft. Diese Initiative bringt Beatmungstechnologie in einkommensschwache Länder, indem lokale Unternehmen in die Lage versetzt werden, die Technologie selbst herzustellen.

Vallery nimmt die sechste Humboldt-Professur nach Matthias Wessling (2010, Chemische Verfahrenstechnik), David DiVincenzo (2011, Quantenphysik, gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich), Raul Fidel Tempone (2018, Angewandte Mathematik), Wil van der Aalst (2018, Informatik) und Holger Hoos (2022, Maschinelles Lernen) an der RWTH ein.

(red)