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Nach tödlichen Schüssen: Reul fordert mehr Solidarität mit Polizei

Nach tödlichen Schüssen : Reul fordert mehr Solidarität mit Polizei

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz fordert der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) mehr Rückhalt für die Polizei.

„Was wir brauchen, ist ein klares Bekenntnis zur Polizei und Vertrauen in die Polizei“, schreibt Reul in einem Gastbeitrag in der „Welt am Sonntag“. Dazu gehöre, nicht jede Verfehlung einzelner Beamtinnen und Beamter „als symptomatisch für den ganzen Berufsstand hinzustellen“.

Es gehe nicht darum, Probleme innerhalb der Polizei zu verschweigen oder kleinzureden, schreibt Reul. „Aber mit moralischer Herrenreiter-Attitüde vorschnell den Stab über Menschen zu brechen, die ihr Berufsleben in den Dienst der Gemeinschaft stellen, ist in jedem Fall der falsche Weg“, betonte Reul.

„Der sprichwörtliche "Freund und Helfer" ist in arger Not“, sagte Reul zu Zahlen des Bundeskriminalamtes, das 2020 63 Mord- und Totschlagsdelikte mit 114 Polizistinnen und Polizisten als Opfern registrierte.

Bei Kusel in der Pfalz waren am Montag bei einer Verkehrskontrolle eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Oberkommissar erschossen worden. Die beiden Tatverdächtigen, ein 32- und ein 38-Jähriger Saarländer, sitzen wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Mordes und der gewerbsmäßigen Jagdwilderei in Untersuchungshaft.

(dpa)