Aachen: Resozialisierung: Der beste Schutz für den Bürger

Aachen: Resozialisierung: Der beste Schutz für den Bürger

„Hinter Gittern: Was leisten Gefängnisse zum Schutz der Bürger?“ Die Frage zur inneren Sicherheit steht bei unserem nächsten Justizforum „Recht im Zentrum“ im Mittelpunkt. Die kostenlose Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. Juni, 18 Uhr, im Justizzentrum Aachen statt.

Aktuelle Probleme und Neuerungen der praktischen Gefängnisarbeit werden von vier Experten in Kurzreferaten dargestellt. Anschließend beantworten sie die Fragen des Publikums.

Ausgerichtet wird das 32. Forum dieser Informationsreihe von der Staatsanwaltschaft Aachen und dem Justizvollzugsbeauftragten von Nordrhein Westfalen, Professor Dr. Michael Kubink. Der 53-jährige Dozent für Strafrecht an der Universität Bonn ist für rund 16.500 Insassen in 36 Gefängnissen des Landes zuständig, darunter etwa tausend Frauen.

Im Gespräch mit den Praktikern und wissenschaftlichen Experten soll der Zwiespalt zwischen Sicherheit und Resozialisierung verdeutlicht werden. Trotz aller Probleme, die sich im Umgang mit schwierigen Menschen in schwierigen Lebenslagen ergeben, entwickelt der Strafvollzug immer wieder neue Ideen und Behandlungsansätze.

Beispiele dafür sind Programme und Maßnahmen zur Resozialisierung ausländischer Gefangener, deren Zahl auf einen Anteil von 36 Prozent angestiegen ist. Für sie werden neuerdings in allen Gefängnissen sogenannte Integrationsbeauftragte zur Verfügung stehen.

Kubink sagt: „Hier sollen einerseits allgemeine gesellschaftliche Vorbereitungen zur Eingliederung getroffen werden. Andererseits müssen Wege gefunden werden, mit Verhaltensauffälligkeiten bestimmter Gruppen umzugehen.“ Im Einzelfall gelte es auch, Gefahren einer Radikalisierung frühzeitig zu erkennen.

Natürlich müsse der Strafvollzug gut aufgestellt sein, um auch auf neue Sicherheitsfragen eine Antwort zu haben. In der Gesamtbilanz gelte aber die These, dass eine gelungene Resozialisierung den besten Bürgerschutz darstellt. Kubink meint im Vorfeld der öffentlichen Diskussion am kommenden Mittwoch: „Der Strafvollzug in NRW muss sich nicht verstecken, sondern will mit seinen Vorstellungen und Zielsetzungen in den offenen Dialog treten.“

Vorab werden auf dieser Seite zehn zentrale Fragen rund um den Strafvollzug von unseren Experten beantwortet.

Mehr von Aachener Zeitung