Aachen/Heinsberg: Razzia im Rotlichtmilieu

Aachen/Heinsberg: Razzia im Rotlichtmilieu

Bei einer bundesweiten Razzia im Rotlichtmilieu hat die Polizei zahlreiche Bordelle durchsucht, unter anderem in Aachen und in Heinsberg.

Die Fahnder suchten nach Hinweisen auf Menschenhändler aus Westafrika. In Nordrhein-Westfalen waren Polizeibehörden in 14 Städten und Kreisen an der Aktion beteiligt, berichtete das Landeskriminalamt am Freitag. Bundesweit hatte die Polizei am Donnerstag rund 1000 Bordelle durchsucht.

In Aachen nahm die Polizei zwölf Frauen in der Antoniusstraße vorläufig fest. Der Verdacht auf Menschenhandel bestätigte sich jedoch nicht - die Frauen wurden wieder freigelassen.

NRW-weit trafen Beamten rund 170 Prostituierte aus Westafrika an. Bei einigen bestehe der dringende Verdacht, dass sie Opfer von Menschenhändlern seien, teilte das Bundeskriminalamt mit. Die näheren Ermittlungen dauerten noch an.

Die Ermittler vermuten nach ihren bisherigen Erfahrungen ein bundesweites Netz von westafrikanischen Zuhältern, eingeschleusten Prostituierten, Geldwäschern, Passverleihern, Dokumentenfälschern und Schleusern. Analysten der europäischen Polizeibehörde Europol waren ebenfalls an der Razzia beteiligt, um Verbindungen ins europäische Ausland zu erhellen.

Laut BKA werden die jungen Frauen unter anderem mit angeblichem Voodoo-Zauber eingeschüchtert. Sie zu identifizieren sei häufig erst der Einstieg in polizeiliche Ermittlungen, erklärte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Der bundesweite Kontrolltag sei ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung.

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