Onlinehandel: Rauschgift-Kriminalität klettert auf Höchststand seit 20 Jahren

Onlinehandel : Rauschgift-Kriminalität klettert auf Höchststand seit 20 Jahren

Die Rauschgift-Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamts NRW zur Drogenkriminalität hervor. Demnach stieg die Gesamtzahl der Drogendelikte im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent auf 66.300.

Der Onlinehandel und Postversand von Drogen habe stark an Bedeutung gewonnen. 2017 sei die Zahl der Ermittlungsverfahren in diesem Bereich um 25 Prozent nach oben geschnellt auf 3061 Verfahren. Nordrhein-Westfalen habe sich zum „Logistikstandort“ für den weltweiten Versand aller Arten von Drogen entwickelt.

Die Online-Bestellung von Drogen und die unauffällige Zustellung per Postversand breite sich nahezu unbehelligt in alle Bereiche der Gesellschaft aus. Dies werde die zukünftige Rauschgiftkriminalität bestimmen, heißt es in dem Bericht.

Der Anstieg ist überwiegend verursacht durch die Konsumentendelikte (+11,3 Prozent). Handel und Schmuggel von Drogen wurden seltener aufgedeckt (-11,8 Prozent). Die aufgedeckten Fälle der Einfuhr von größerer Drogenmengen schnellten dagegen um 46 Prozent in die Höhe.

Die Zahl der Rauschgifttoten blieb in NRW mit 203 Fällen nahezu konstant (Vorjahr 204).

Cannabis scheint in NRW besonders auf dem Vormarsch zu sein: Die Zahl der Delikte und der Verdächtigen stieg in diesem Bereich ebenso an wie die beschlagnahmten Mengen der Droge.

Nach jahrelangem Rückgang stieg auch die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Heroin in den vergangenen beiden Jahren wieder an - allein im vergangenen Jahr um 9,5 Prozent auf 3630 Taten. Einen deutlichen Anstieg der Delikte stellte die Polizei auch beim Kokain fest - von 3000 auf 3500 binnen eines Jahres.

Ein ähnliches Bild ergab sich auch bei den synthetischen Drogen: ein Anstieg der Delikte um 13,7 Prozent auf 11.400 Taten im Jahr 2017. Während die Konzentration der Wirkstoffe bei Cannabis und Ecstasy stieg, war sie bei Kokain, Heroin und Amphetamin leicht rückläufig.

(dpa)
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