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Aachen/Eschweiler: Raubmord an Rentner: Lebenslange Freiheitsstrafe

Aachen/Eschweiler : Raubmord an Rentner: Lebenslange Freiheitsstrafe

Die pure Verzweiflung über ihre Geldnöte hat eine Imbissbesitzerin aus Eschweiler zur Mörderin werden lassen. Am Silvestertag 2013 erstach die zierliche, kleine Person einen 78-Jährigen Bekannten mit acht Messerstichen und verschwand mit 2000 Euro aus dessen Wohnung.

Am Montag verurteilte die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen die 48-Jährige wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie habe aus Habgier gehandelt und in Heimtücke die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt, stellten die Richter fest.

Die Angeklagte hatte im Prozess zum Tatvorwurf geschwiegen. Das Urteil basiert demnach auf Indizien. „Sie ergeben in ihrer Gesamtheit ein eindeutiges, zweifelsfreies Bild“, sagte der Vorsitzende Richter Arno Bormann in der Urteilsbegründung. So ist sich die Kammer sicher, dass die Angeklagte von größeren Geldmengen in der Wohnung ihres Opfers wusste.

Sie habe den Mann aufgesucht, als dessen Ehefrau in der Stadt Einkäufe erledigte. Gemeinsam habe sie mit ihm eine Zigarette geraucht, ihn um Geld angepumpt und nach der Absage das mitgebrachte Messer eingesetzt.

Drei Stiche trafen den Mann im Rücken, fünf in der Brust. Mehrere der Stiche waren für sich genommen schon tödlich. Es fanden sich später allerdings keine Kampfspuren, auch keine Abwehrspuren. Aber andere Spuren. DNA-Spuren der Angeklagten auf einer Zigarettenkippe im Aschenbecher und an einer Türe des Wohnzimmerschranks.

DNA-Spuren der Ehefrau des Opfers auf einem Geldschein, mit dem die Angeklagte noch am Tattag eine größere Geldschuld beglich. Wohnungsnachbarn hatten zudem morgens ein lautes Poltern gehört und danach eine kleine Gestalt aus dem Haus gehen sehen.

Finanziell muss der Frau das Wasser bis zum Hals gestanden haben. Im September 2013 erst hatte sie einen Imbiss in Eschweiler übernommen. Mit den Tageseinnahmen sei es ihr gelungen, das eine oder andere Loch zu stopfen, hieß es im Urteil.

Bis der Verkäufer des Imbisses ihre Tageseinnahmen einbehalten habe, weil der Kaufpreis von 20.000 Euro noch nicht beglichen war. Da soll sich die Frau am Ende gesehen haben. Zumal die Rückzahlung mehrerer Darlehen fällig war, sie aber niemanden gefunden habe, der ihr einmal mehr Geld leihen wollte. Zeugen gegenüber soll sie geklagt haben: „Wenn ihr mir kein Geld geben könnt, dann bin ich erledigt.“