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Media-Analyse: Radiosender in NRW verloren vor Corona-Krise Hörer

Media-Analyse : Radiosender in NRW verloren vor Corona-Krise Hörer

Die großen Radiosender in NRW haben vor der Corona-Krise in der Hörergunst verloren. Das geht aus der neuen Media-Analyse hervor, die am Mittwoch in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Die Daten bilden nicht die vergangenen Wochen ab, in denen zum Beispiel die Nutzung einzelner WDR-Wellen „sprunghaft gestiegen“ sei, wie es von der öffentlich-rechtlichen Anstalt hieß. Befragt wurden die Hörer bereits von Anfang September bis Anfang Dezember 2019.

Laut Media-Analyse hatte Radio NRW (umfasst 45 private Sender) landesweit insgesamt weiter die meisten Hörer. Dahinter folgten die öffentlich-rechtlichen Sender WDR 2 und 1Live. Sie alle hatten aber in der zweiten Jahreshälfte 2019 Verluste zu verzeichnen: Demnach hatte Radio NRW mit seinen Sendern an Werktagen zwischen 6 und 18 Uhr 1,449 Millionen Zuhörer – 124.000 weniger als bei der letzten Auswertung im Juli. WDR2 kam auf 942.000 Zuhörer (57.000 weniger als im Juli). Die junge WDR-Welle 1Live hatte in der werberelevanten Zeit 692.000 Hörer und damit 50.000 weniger im Vergleich zur Auswertung im Juli.

Eine aktuelle eigene Umfrage des WDR zeige aber, „dass gerade die Programme WDR2 und WDR5 jetzt besonders gefragt sind und die Nutzung sprunghaft gestiegen ist“, teilte das Funkhaus mit. Die Livestream-Abrufe der sechs WDR-Radiosender seien seit dem 17. März um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma), ein Zusammenschluss aus Medien- und Werbewirtschaft, ermittelt zwei Mal im Jahr die Reichweiten für die Sender. Die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr ist für die Preise der Werbespots im Radio entscheidend und wird daher einzeln ausgewertet. Für die repräsentative Untersuchung wurden bundesweit rund 68.000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Lieblingssendern gefragt.

(dpa)