Radfahren in der Region Aachen: Situation, Recht und Risiken

Radfahren in der Region : Situation, Recht und Risiken

Beim Justizforum am 6. November dreht sich alles um das Thema Radfahren. Die Zahl der Radunfälle in der Region nimmt seit Jahren zu. Fünf Experten stehen Rede und Antwort und halten Kurzvorträge.

Wer kennt diese Szenen im Stadtverkehr nicht? Die Autos Stoßstange an Stoßstange, dazwischen Lkw, Busse – und Radfahrer. Fahrradwege gibt es längst nicht immer oder sie enden oft im Nirwana. Der Verkehr hat deutlich zugenommen, die Zahl der Radunfälle mit Verletzten und Toten auch.

Zählte die Polizei 2014 noch 519 entsprechende Unglücke in der Stadt und der Städteregion Aachen, waren es 2018 bereits 548. Eine Zunahme verzeichnet auch der Kreis Düren. 2014 wurden hier 196 Unfälle registriert, 2018 bereits 238. Leicht gesunken sind die Zahlen hingegen im Kreis Heinsberg. Und zwar von 261 Unfällen im Jahr 2014 auf 231 im vergangenen Jahr. Bedrückend ist die Zahl der Todesopfer. kamen 158 Radfahrer allein zwischen Januar und Mai 2019 ums Leben – in Aachen und der Städteregion verunglückten im laufenden Jahr bereits drei Radfahrer tödlich, im Kreis Heinsberg eine Person.

Der Druck rund um innerstädtische Mobilität steigt allerorts. So gerät das Thema unseres nächsten Justizforums „Recht im Zentrum“ immer mehr ins Visier der Menschen: „Radfahren, Recht und Risiken“ heißt die Veranstaltung am Mittwoch, 6. November, 18 Uhr, im Justizzentrum Aachen, Adalbertsteinweg 92. Ausgerichtet wird sie von der RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen sowie dem Landgericht Aachen.

Fünf Experten stehen Rede und Antwort und halten Kurzvorträge. Für die Stadt Aachen gibt Armin Langweg aus dem Fachbereich Verkehrsplanung und Mobilität einen aktuellen Einblick in die Ziele, Herausforderungen und wichtigsten Projekte der Kommune. Als weiterer Experte wird Prof. Maximilian Schwalm vom RWTH-Institut für Kraftfahrzeuge neue Erkenntnisse vorstellen, wie kritische Situationen durch technische Lösungen entflochten werden können und auch psychologisch das Verhalten im Radverkehr positiv beeinflussen werden kann.

Ferner wird Matthias Quarch, Vorsitzender Richter am Landgericht Aachen und zugleich Schriftführer der „Neuen Zeitschrift für Verkehrsrecht“ (NZV), die Situation der „Radfahrenden im Deutschen Recht“ unter die Lupe nehmen – sowohl in Fällen des eigenen Verschuldens. Was gilt zum Bespiel, wenn der Radfahrer vom Radweg verdrängt wird, weil der – wie so häufig – zugeparkt ist? Wie sich die Verkehrssituation in den benachbarten Niederlanden gestaltet, wird der Maastrichter Rechtsanwalt Henk Stollenwerck beim Forum schildern. Liegt das „gelobte Land“ für Radfahrer tatsächlich direkt neben uns?

Mit Ralph Allgaier wird auch ein Vertreter von „Radentscheid“ als Experte präsent sein. Die Bürgerinitiative formuliert – untermauert von 37.436 Unterschriften – sieben Ziele für eine Systemumstellung im Straßenverkehr.

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