Aachen/Eschweiler: Rachemord-Prozess: Angeklagte voll schuldfähig

Aachen/Eschweiler: Rachemord-Prozess: Angeklagte voll schuldfähig

Die drei Hauptangeklagten im Rachemord-Prozess, Karl-Heinz (39) und Nadine (31) H. sowie Sven L. (26) sind voll schuldfähig. Das jedenfalls besagen die psychiatrischen Gutachten, die am Freitag vor dem Aachener Landgericht vorgetragen wurden.

Demnach gibt es bei keinem der Angeklagten Hinweise auf psychische Krankheiten, Persönlichkeits- oder Bewusstseinsstörungen oder eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen durch übermäßigen Drogen- und Alkoholkonsum während der Tatzeit. Die Gutachterinnen sagten unisono: „Es gibt keine medizinischen Hinweise auf eingeschränkte Schuldfähigkeit.“

Wie aus den Krankenakten der Justizvollzugsanstalten hervorgeht, hat keiner der Angeklagten unter Entzugserscheinungen gelitten. Eine Haft in Entzugs- oder psychiatrischen Kliniken komme deshalb nicht in Betracht.

Die Gutachterinnen hatten eine Blutalkoholkonzentration zwischen 0,23 und 3,3 Promille bei Nadine und Karl-Heinz H. errechnet. Solche Berechnungen seien jedoch nicht strafrelevant nicht verwertbar, weil sie auf eigenen Angaben der Angeklagten über ihren Alkoholkonsum beruhten.

Sowohl Karl-Heinz H. als auch seine Frau Nadine und Sven L. konnten sich nach der Tat an viele Details erinnern und noch sinnvoll handeln. Die Tötung von Christian L. (29) sei demnach nicht als Affekt-Tat zu bewerten.