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Aachen: Pulsierende Lichter sollen alle Abraumhalden zieren

Aachen : Pulsierende Lichter sollen alle Abraumhalden zieren

So gelöst hat man die Verantwortlichen der EuRegionale 2008 lange nicht gesehen.

Der kostspielige Wettbewerb, bei dem ursprünglich acht internationale Planungsteams ein übergeordnetes Konzept für die Projektideen zum Strukturförderprogramm EuRegionale 2008 entwickeln sollten, wurde am Freitag vorzeitig beendet.

Und dies nicht etwa, „weil wir mit den bisherigen Ergebnissen unzufrieden sind”, wie Jury-Mitglied Professor Kunibert Wachten am Freitag in Aachen betonte, „sondern weil der konzeptionelle Durchbruch geschafft ist.”

Der französische Landschaftsarchitekt Professor Henri Bava überzeugte die Jury. Sein Konzept „Grünmetropole” ist nun Grundlage eines Masterplans, der die Entwicklung eines trinationalen Landschafts parks in einer präzisen Zeitschiene beschreiben soll.

„Ich verhehle nicht, dass viele den Abstraktionsgrad der zurückliegenden Wettbewerbsphase - vorsichtig ausgedrückt - nicht verstanden haben”, erinnerte Landrat Carl Meulenbergh an die Kurskorrektur der EuRegionale-Macher.

„Aber mit diesem Ergebnis von Bava werden wir der Umsetzung unserer Projektideen schnell näher kommen”, sagte Meulenbergh, der den Vorsitz in der Gesellschafterversammlung turnusgemäß von Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden übernommen hatte.

Immer wieder war kritisiert worden, dass die Planer-Konzepte zu unkonkret seien. Dies ändert sich bei Bava: Zwei Routen - geformt ähnlich der DNA-Doppelhelix - verknoten die industrielle Folgelandschaft über den Aachener Norden und die Niederlande bis ins belgische Beringen.

Die „Metropol-Route” verbindet einen Großteil der Halden, die das europaweit erste Kohleabbau-Gebiet markieren. Sie verläuft auf bestehenden Straßen (keine Autobahn) und verknüpft dabei Projekt-Orte - etwa die touristische Snowworld auf einem Abraumhügel in Landgraaf oder ein Energiemuseum „Energeticon” auf dem Alsdorfer Anna-Gelände.

Die „Grün-Route” nutzt die Biotop-Korridore der Flusstäler und verschweißt Naturräume - etwa Freizeitflächen wie den Eschweiler Blausteinsee, die Aachener Soers und den niederländischen Park de Graven.

Als „Gesicht und Landmarken” will Bava auf allen Halden der „Grünmetropole” Aussichtsplattformen und Skulptur-Objekte mit pulsierenden Lichtern installieren. Festzulegen sind natürlich noch die individuellen Projekte entlang beider Routen.

Unter dem Vorsitz der Aachener Beigeordneten Gisela Nacken tritt jetzt ein Gremium zusammen, der den EuRegionale-Gesellschaftern die zu realisierenden Projekte aus 32 Vorschlägen der Kommunen empfiehlt.

Noch im ersten Halbjahr 2004 will man erste Projekte in Angriff nehmen. Meulenbergh betonte, dass diese nun Form annehmende „Industrielle Folgelandschaft” nur ein Teil der EuRegionale 2008 ist.

Insgesamt stehen rund 250 Projekte auf der Liste, „und jeder sollte sich rechtzeitig Gedanken machen, wie der kommunale Eigenanteil finanziert werden kann.”.

Über eine Ausnahmeregelung sollen sogar Kommunen mit Haushaltssicherungskonzept mitmachen dürfen - die Zuversicht ist zurück.