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Aachen: Psychose: 46-Jähriger wollte Sohn erwürgen

Aachen : Psychose: 46-Jähriger wollte Sohn erwürgen

Das Landgericht Aachen hat am Mittwoch die dreimonatige Unterbringung eines gewalttätigen Vaters in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Der Mann hatte im Juni versucht, seinen 13 Jahre alten Sohn zu erwürgen. Der Junge überlebte nur, weil er sich tot stellte und sein Vater dann von ihm abließ.

Der 46-Jährige leidet an einer Psychose, hatte aber zum Tatzeitpunkt seine Medikamente abgesetzt, nachdem er im Fernsehen einen Beitrag über nachteilige Nebenwirkungen des Präparats gesehen hatte.

Der psychiatrischen Gutachterin hatte der Mann erklärt, er habe zum Tatzeitpunkt geglaubt, seine Kinder würden in einer Parallelwelt gefangen gehalten und gequält.

Er habe sowohl seine elf Jahre alte Tochter als auch seinen mittlerweile 14 Jahre alten Sohn nicht als seine Kinder angesehen.

Während des Tatgeschehens gelang es beiden, ihre Mutter über ein Handy anzurufen. Die Frau verständigte auf der Stelle die Polizei.

Als die am Ort des Geschehens eintraf, schlug der Vater der Kinder in völliger Verkennung der Situation auf die Beamten ein. Er konnte nur unter Einsatz eines Reizgases überwältigt werden.

Da der Mann krank ist, war seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt aufgehoben. Er kann für sein Tun auch nicht bestraft werden. Gleichwohl habe er den Straftatbestand des versuchten Totschlags erfüllt, erklärte der Vorsitzende Richter.

Der Mann muss sich auf Weisung des Gerichts nach seiner stationären in ambulante Behandlung begeben. Er muss außerdem auf das Umgangsrecht und auf den Kontakt zu seinen Kindern verzichten. Diese leben bei der Mutter, die sich im Jahr 2000 von dem Beschuldigten scheiden ließ.