Aachen: Prozess um Gefängnis-Ausbruch geht weiter

Aachen: Prozess um Gefängnis-Ausbruch geht weiter

Im Prozess um den Ausbruch der beiden Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen soll heute vor dem Aachener Landgericht eine weitere Geisel als Zeugin gehört werden.

Die 19-Jährige soll von den beiden Ausbrechern überwältigt und dazu gezwungen worden sein, beide mit ihrem Auto von Köln nach Essen zu fahren. Dort war der Frau in der Nähe des Baldeneysees das Benzin ausgegangen, Heckhoff und Michalski sollen daraufhin zu Fuß ihre Flucht fortgesetzt haben.

Unter anderem will das Gericht von der jungen Frau wissen, wie sie die Geiselnahme verkraftet hat und wie sie von den beiden Ausbrechern behandelt wurde. Ein Taxifahrer, den die beiden Schwerverbrecher ebenfalls als Geisel genommen hatten, sprach zuletzt davon, „Todesangst” ausgestanden zu haben.

Heckhoff und Michalski waren Ende November 2009 aus der JVA Aachen getürmt. Auf ihrer Flucht hatten sie in Köln, Essen und Mülheim mehrere Geiseln genommen. Heckhoff war am vierten Tag der Flucht in Mülheim an der Ruhr gefasst worden, sein Komplize Michalski zwei Tage später auf einem Fahrrad in Schermbeck am Niederrhein.

Im Prozess wird den beiden Schwerverbrechern Menschenraub, Erpressung und Geiselnahme zur Last gelegt. Der mitangeklagte JVA-Bedienstete muss sich unter anderem wegen Gefangenenbefreiung und Bestechlichkeit verantworten. 17 Verhandlungstage sind angesetzt, das Urteil soll Mitte Juli verkündet werden.