Düsseldorf: Prozess um Bombenpläne: Angeklagter bestreitet Terrorabsicht

Düsseldorf : Prozess um Bombenpläne: Angeklagter bestreitet Terrorabsicht

Er soll einen islamistischen Terroranschlag in Deutschland vorbereitet haben. Vor dem Düsseldorfer Landgericht hat am Montag der Prozess gegen einen 28-Jährigen aus Kamp-Lintfort bei Duisburg „wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat” begonnen.

In der Garage des Türken waren große Mengen gefährlicher Chemikalien und Einzelteile für den Bau einer Bombe gefunden worden. Zum Auftakt bestritt der Angeklagte über seinen Verteidiger, einen islamistischen Terroranschlag geplant zu haben.

Er habe die im Mai 2017 entdeckten Utensilien gelagert, weil Bombenbasteln schlicht sein Hobby sei. „Das ging nicht um staatsgefährdende Straftaten, sondern war einfach eine Spinnerei von ihm”, erklärte der Anwalt des 28-Jährigen. Die in der Garage entdeckten großen Mengen Chemikalien hätten Experten zufolge zum Bau mehrerer Rohrbomben „mit hoher Sprengkraft” gereicht. Auch Utensilien für den Zünderbau, Latex-Sprengmatten und Stahlkugeln für eine noch verheerendere Sprengwirkung waren damals sichergestellt worden.

Die Ermittler gehen von einer islamistischen Radikalisierung des Angeklagten aus. Er habe Kontakt zu islamistischen Terroristen gehabt, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor Prozessbeginn gesagt. Die Zugehörigkeit zu einer islamistischen Terrorgruppe sei ihm allerdings nicht nachzuweisen gewesen. Die Ermittler halten den 28-Jährigen für einen Einzeltäter, der über IS-Propaganda radikalisiert wurde. Entsprechendes Material soll bei dem Angeklagten gefunden worden sein.

Über seinen Anwalt räumte der Angeklagte Kontakte etwa zu einem Salafisten ein. Allerdings: „Das war ein ehemaliger Arbeitskollege von ihm. Deshalb hatte er noch dessen Handynummer eingespeichert”, sagte sein Verteidiger. Der Prozess wird am 6. März fortgesetzt. Bisher sind bis Ende März sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)
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