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Terrorvorwürfe: Prozess gegen Kölnerin Gönül Örs in Türkei erneut vertagt

Terrorvorwürfe : Prozess gegen Kölnerin Gönül Örs in Türkei erneut vertagt

In der Türkei ist der Prozess gegen die wegen Terrorvorwürfen angeklagte Kölnerin Gönül Örs erneut vertagt worden. Als Grund gab das Gericht in Istanbul am Dienstag an, ein aus Deutschland angefordertes Dokument sei noch nicht eingetroffen.

Örs widersprach der Darstellung und sagte mit Blick auf das Verfahren: „Es ist wirklich so eine große Ungerechtigkeit“. Ihre Anwältin Ayse Celik wertete das Vorgehen als „Bestrafungsmethode“. Der Prozess soll am 15. Juni fortgesetzt werden, die Ausreisesperre gegen Örs wird aufrecht erhalten.

Hintergrund der Anklage ist eine Protestaktion im Jahr 2012 auf einem Schiff in Köln. In Deutschland wurden Ermittlungen gegen Örs nach Angaben der Anwältin eingestellt. Die Kölnerin saß drei Monate in der Türkei in Untersuchungshaft und stand sechs Monate unter Hausarrest - seit Juni gilt eine Ausreisesperre. Örs’ Mutter, die Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane, ist ebenfalls in der Türkei unter Terrorvorwürfen angeklagt. Ihr Prozess wird im Mai fortgesetzt.

Sie fühle eine große Enttäuschung und sei niedergeschlagen, sagte Örs nach dem Verhandlungstermin vor Journalisten. Sie habe erwartet, dass sie nun nach Deutschland reisen könne: „Wir haben keine Wohnung, wir hatten die Wohnung aufgegeben, in der Hoffnung, dass wir jetzt heute nach Hause dürfen“, sagte Örs. „Immer wieder warten wir auf irgendeinen Antrag oder irgendein Papier“ sagte sie. „Mir fehlen langsam die Worte“. Über die Anschuldigungen sagte sie: „Es gibt keine Beweise, sie haben nichts in der Hand.“

(dpa)