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Verfahren vor dem Landgericht: Prozess gegen Ex-Fußballprofi Naki findet in Aachen statt

Verfahren vor dem Landgericht : Prozess gegen Ex-Fußballprofi Naki findet in Aachen statt

Das Landgericht Aachen wird ab dem 4. Juni ein Verfahren gegen vier Angeklagte durchführen, denen insbesondere die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt wird. Unter ihnen ist Deniz Naki, ehemaliger Fußballprofi aus Düren.

Die 10. Große Strafkammer des Landgerichts Aachen habe die Anklage „weitgehend zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet“, heißt es in einer Mitteilung von Freitag. „Das Verfahren beginnt am 4. Juni 2021 und ist auf vorerst 39 Hauptverhandlungstage bis zum 3. Dezember 2021 terminiert.“

Das Verfahren gegen den ehemaligen Fußballprofi Deniz Naki aus Düren und den 2003 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilten Hüseyin Ö. sowie zwei weitere Angeklagte wird als ein Mammutprozess bezeichnet, der rund ein halbes Jahr dauern soll. Vorgeworfen wird ihnen die „Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung“; dabei soll es sich um den im September 2017 gegründeten Ortsverband der rockerähnlichen Gruppierung Bahoz handeln.

Bestehen soll die Gruppe aus türkischen Staatsangehörigen kurdischer Abstammung, „die aus der Begehung von Straftaten in unterschiedlichen Personenkonstellationen eine auf Dauer angelegte Einnahmequelle für sich und zugunsten Dritter schaffen wollten“. Naki und Ö. sollen die „Rädelsführer“ der Gruppe gewesen sein.

Naki ist in Deutschland nicht vorbestraft, nun aber werden ihm zahlreiche Vergehen zur Last gelegt, darunter schwere räuberische Erpressung, bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, gefährliche Körperverletzung, Anstiftung zur Falschaussage und versuchten Strafvereitelung, Brandstiftung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Insgesamt gehe es laut Mitteilung des Landgerichts um acht Einzeltaten. Naki befindet sich seit geraumer Zeit in Untersuchungshaft.

Ö., dessen lebenslange Freiheitsstrafe seit August 2017 zur Bewährung ausgesetzt ist, wird eine versuchte besonders schwere räuberische Erpressung sowie eine schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Den beiden weiteren Angeklagten werden unter anderem Betäubungsmitteldelikte zur Last gelegt. Allen drohen mehrjährige Haftstrafen.

(red)