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Köln: Projekt Jüdisches Museum in Köln wackelt

Köln : Projekt Jüdisches Museum in Köln wackelt

Der geplante Bau eines Jüdischen Museums im Herzen der Stadt Köln ist ins Stocken geraten: Der private Trägerverein, der die Finanzierung übernehmen soll, sei einer ersten Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen.

Das sagte Stadt-Sprecher Gregor Timmer am Freitag nach einem entsprechenden Bericht der „Kölnischen Rundschau”. Die Stadt sei nach dem politischen Votum für das Projekt zunächst für die Wettbewerbs- und Planungskosten mit 1,2 Millionen Euro in Vorleistung gegangen, habe die vereinbarte Hälfte der Summe aber noch nicht zurückerhalten. Ein Vertrag zur Baufinanzierung - er soll die bisher mündlichen Zusagen des Vereins schriftlich festlegen - sei zudem nicht unterschrieben worden.

Das Projekt werde dennoch umgesetzt, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur, Benedikt Graf von und zu Hoensbroech, der dpa in Köln. Der erste Anlauf zur Gründung einer Stiftung sei allerdings gescheitert. Graf Hoensbroech rechnet mit Baukosten von zehn bis elf Millionen Euro. Die rund 600 000 Euro für die Wettbewerbs- und Planungskosten würden der Stadt im Herbst zurückgezahlt.

Der Rat hatte im vergangenen August für den Bau in der Altstadt vor dem Historischen Rathaus gestimmt, obwohl das Vorhaben in der Bevölkerung umstritten ist. Das Jüdische Museum baut auf einer 2000 Jahre alten jüdischen Geschichte auf. Im Mittelalter hatte sich in diesem Teil der Altstadt das Kölner Judenviertel befunden.

Eine Archäologische Zone soll mit Resten einer mittelalterlichen Synagoge in den Keller des Museums integriert werden. Außerdem soll eine mehrstöckige Schutzhülle errichtet werden, in die später das Jüdische Museum hineingebaut wird. Die Kölner Synagogengemeinde gilt als die älteste nördlich der Alpen.

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte dafür plädiert, sich zuerst auf die Verwirklichung einer unterirdischen Archäologischen Zone - ebenfalls auf dem Rathausplatz - zu konzentrieren und beide Vorhaben klar zu trennen. Die Finanzierung des Jüdischen Museums sei noch zu unklar.