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Aachen: Private Ermittler geben im Fall Maddie keine Ruhe

Aachen : Private Ermittler geben im Fall Maddie keine Ruhe

Auf der Suche nach der vor zwei Jahren verschwundenen damals dreijährigen Maddie geben die englischen Medien und die Privatdetektive der McCann-Stiftung der Eltern des Mädchens dem in Aachen an Krebs erkrankten Raymond H. (64) keine Ruhe.

Dessen Anwalt Detlev Wagner (45) sagte am Dienstag eine für diese Woche vorgesehene Pressekonferenz mit seinem Mandanten ab: „Der Druck der Stiftung und der nicht gerade zimperlichen Presse in Großbritannien ist so groß geworden, dass wir uns nur noch gegenüber einer einzigen englischen Zeitung äußern werden.” Vermutlich handelt es sich dabei um den „Mirror”.

Der „Zeitungskrieg” in England um das Schicksal von Maddie wird derzeit rund um das Aachener Klinikum ausgefochten, in dem der schwer erkrankte Verdächtige liegt. Immer wieder tauchen dort Reporterteams auf, Anwalt Wagner kann sich vor Interviewanfragen kaum retten. Die mediale Aufregung basiert auf der Ähnlichkeit eines Phantombildes des mutmaßlichen Entführers von Madeleine McCann sowie auf der Mutmaßung, dass Raymond H. zum Zeitpunkt des Verschwindens der Kleinen in der gleichen Ferienanlage gewesen sein soll.

„Nicht das Honorar” des Exclusiv-Vertrages mit der britischen Zeitung sei „ausschlaggebend” gewesen, sagt der Aachener Rechtsanwalt Wagner. Vielmehr sei sein Mandant „gesundheitlich so schlecht dran”, dass er „gar nicht mit mehreren Journalisten sprechen” könne.

Merkwürdig: Erst jüngst hatte die Polizei von Yorkshire Raymond H. mit Rechtshilfe der Aachener Staatsanwaltschaft ausschließlich zu einem Missbrauchsfall aus den 70er Jahren vernommen. In dem Verhör wurde der Fall Maddie von den Ermittlern überhaupt nicht angesprochen. Aachens Oberstaatswalt Axel Geimer sah daraufhin „die aktuelle Brisanz völlig raus”. Diese Sichtweise teilen die britischen Journalisten und Detektive offensichtlich nicht.