Köln: Priester wollen Meisner-Nachfolger mitbestimmen

Köln : Priester wollen Meisner-Nachfolger mitbestimmen

Im Erzbistum Köln fordern 28 Priester ein Mitbestimmungsrecht der Gläubigen bei der Wahl des Nachfolgers von Kardinal Joachim Meisner. Meisner hat sein Rücktrittsgesuch im Vatikan eingereicht, weil er demnächst 80 Jahre alt wird. Die Kölner Kircheninitiative veröffentlichte am Mittwoch einen offenen Brief an Papst Franziskus, in dem sie eine Einbeziehung der Gläubigen bei der Wahl des neuen Erzbischofs fordert.

Nach geltendem Recht wählt das Kölner Domkapitel den neuen Erzbischof aus einer Liste von drei Kandidaten, die ihm der Vatikan vorgibt. Bevor der Papst die drei Kandidaten festlegt, schlägt ihm das Domkapitel seinerseits drei Namen vor, die der Papst aber nicht übernehmen muss. Die Kölner Kircheninitiative regt an, in diesem Prozess die Gläubigen mit einzubeziehen.

Einer der Initiatoren, Diakon Michael Werner aus Rösrath, sagte der dpa, der offene Brief sei bisher von insgesamt 184 Personen unterzeichnet worden. Dazu gehörten auch der Theologe Hans Küng und der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz.

Werner erläuterte, man denke nicht an eine richtige Abstimmung aller Katholiken. Das wäre nicht praktikabel und würde die meisten Gläubigen überfordern. „Es geht auch nicht darum, das Domkapitel völlig zu entmachten, sondern es geht darum, dass es eine Beteiligung anderer Gremien gibt - eine verbindliche Beteiligung.”

Das könne zum Beispiel so aussehen, dass der Priesterrat eine Stimme bekomme, der Diözesanrat der Katholiken und andere Gremien auch. Doch erst einmal wolle die Initiative jetzt eine Diskussion anstoßen und ein Meinungsbild bekommen. Die Initiative richte sich nicht gegen Kardinal Meisner, ihr Ziel sei mehr Mitbestimmung in der Kirche. „Je breiter die Zustimmung für einen Bischof ist, desto besser”, sagte Werner.

(dpa)