Merzenich/Köln: Premiere an der A4: Neuer mobiler Blitzer hält tagelang durch

Merzenich/Köln: Premiere an der A4: Neuer mobiler Blitzer hält tagelang durch

Er ist beweglich, gepanzert und kann tagelang ohne Pause arbeiten: „Enforcement Trailer“ heißt die neue mobile Anlage zur Geschwindigkeitsmessung, die nun auch in der Region im Einsatz ist. Auf dem unfallträchtigen Autobahnabschnitt zwischen Merzenich und Kerpen war der markante Blitzer von Mittwoch bis zum Donnerstagmittag erstmals im offiziellen Einsatz zu bewundern.

Hinter dem martialischen Namen „Enforcement Trailer“ (Enforcement bedeutet so viel wie Vollstreckung oder Durchsetzung, ein Trailer ist ein Anhänger) verbirgt sich ein kleiner Autoanhänger mit abgeschrägtem Aufbau, der am jeweiligen Einsatzort so abgesenkt werden kann, dass die Räder nicht mehr sichtbar sind. So ist das teure Innenleben - ein Hänger soll rund 120.000 Euro kosten - gut gegen Vandalismus geschützt sein: Der Hersteller Vitronic wirbt damit, dass die Außenhaut gepanzert sei und sogar Kugeln abhalten könne.

Dank einer unabhängigen Stromversorgung durch Akkus kann die Anlage bis zu fünf Tage am Stück im Dauereinsatz Temposünder ermitteln, ohne dass Polizeibeamte vor Ort sein müssen. Das spart der Polizei Geld und wertvolle Einsatzkapazitäten.

Auf dem bekannt problematischen Stück der A4 östlich von Merzenich, wo erst vor wenigen Wochen nach etlichen schweren Unfällen Tempo 130 eingeführt wurde, erlebten Autofahrer am Mittwoch und Donnerstag den „Trailer“ erstmals nach seiner offiziellen Indienstnahme in Aktion. „Er wird jetzt regelmäßig bei uns im Einsatz sein“, erklärte eine Sprecherin der Autobahnpolizei Köln am Donnerstag. Wer also häufiger auf den Autobahnen A4, A44, A544 und A61 unterwegs ist, wird sich an den Anblick gewöhnen müssen.

So ganz neu in der Region ist das Gerät mit dem markanten Aufbau, der an einen kleinen Bunker mit Sehschlitz erinnert, allerdings nicht. Der Einführung in Nordrhein-Westfalen in dieser Woche, auch bei der Polizei in Dortmund, ging eine ausführliche Testphase bei der Kölner Polizei voraus. Dabei kam der blitzende Anhänger an Autobahnen und im Stadtgebiet zum Einsatz. Im Zuge dieser Probephase war der Trailer in den vergangenen Monaten auch schon vereinzelt an der A4 zu sehen.

Auch wenn in Nordrhein-Westfalen erst die Polizeibehörden Köln und Dortmund über solche Kamera-Anhänger verfügen: Allzu sicher sollten sich Raser auch auf den verbleibenden Autobahnen in der Region nicht fühlen. Die Autobahnpolizei Düsseldorf, die unter anderem für den nördlichen Abschnitt der A44 ab Jülich und die A46 bis Heinsberg zuständig ist, soll bis Jahresende ebenfalls einen Blitzanhänger bekommen. Auch dort kann also schon in Kürze die Kamera eines „Enforcement Trailers“ hinter der Leitplanke lauern.

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