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Aachen: Postkarten gegen den Rotstift beim ÖPNV

Aachen : Postkarten gegen den Rotstift beim ÖPNV

Sollte die Bundesregierung tatsächlich an ihren Plänen festhalten und die „Regionalisierungsmittel” zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs kürzen, so stünden jede fünfte Bahnverbindung und viele Busfahrten vor dem Aus.

Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) spricht von einem „Damoklesschwert”. Es geht um 3,3 Milliarden Euro, die bis 2010 eingespart werden sollen. Die Funktionsfähigkeit des gesamten Nahverkehrs wäre akut gefährdet, betont der AVV, weitere Preissteigerungen zudem nicht ausgeschlossen.

Nach den Einschnitten bei den Ausgleichszahlungen für die Beförderung Schwerbehinderter sowie der Schülerbeförderung wäre dies der dritte und mit Abstand schwerste Schlag für die Finanzierung des Nahverkehrs. In einer groß angelegten Aktion will ein NRW-weites Bündnis morgen auf die Folgen hinweisen.

In ganz NRW werden Mitarbeiter, Vorstände und Geschäftsführer der Verkehrsverbünde und -unternehmen - vor allem im Berufsverkehr - den Kontakt zu den Fahrgästen suchen. Die können mit ihrer Unterschrift auf einer Aktionspostkarte ihren Protest gegen die drohenden Mittelkürzungen ausdrücken. Das Aktionsbündniss hofft, landesweit mehrere 100.000 Unterschriften zu sammeln.

Adressat der Postkarten ist der Präsident des Bundestages, Norbert Lammert. Ihm sollen alle unterschriebenen Postkarten am 16. Mai, rechtzeitig vor den entscheidenden Haushaltsberatungen, in Berlin übergeben werden.

Wer die Aktion unterstützen will, hat dazu im gesamten Verbundgebiet des AVV (Stadt und Kreis Aachen, Kreise Düren und Heinsberg) Gelegenheit. Zahlreiche Mitarbeiter des AVV und der Verkehrsunternehmen Aseag, Dürener Kreisbahn, Rurtalbahn, Taeter Aachen und West sind unterwegs.

Schwerpunkte sind die Bahnhöfe in Aachen, Düren und Geilenkirchen. Darüber hinaus werden die Postkarten in Bussen, Kundencentern der Unternehmen sowie Bushöfen verteilt. Auch im Internet kann man mitmachen: unter www.gegen-kuerzungen-bei-bahn-und-bus.de sowie auf den Webseiten des AVV und der Verkehrsunternehmen. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Thema. (az)