Polizisten im Einsatz gegen irakische Rockerorganisation Al-Salam-313

Großrazzia in NRW : 800 Polizisten durchsuchen „Al-Salam“-Wohnungen

Sie sollen in Schleuser- und Waffengeschäfte verwickelt sein: Mit einer Razzia bei Mitgliedern der irakisch-syrischen Gruppe „Al-Salam-313“ hat die Polizei Beweise sichergestellt. Von einem Schlag gegen die Organisierte Kriminalität spricht der Innenminister.

Großrazzia in NRW gegen mutmaßliche Schleuser, Waffen- und Drogenhändler: Mit 800 Kräften ist die nordrhein-westfälische Polizei am Mittwoch gegen Mitglieder und Sympathisanten der irakisch-syrischen „Al-Salam-313“-Organisation vorgegangen. Die Beamten durchsuchten seit dem frühen Morgen 49 Wohnungen und Geschäftsräume in zwölf Städten vor allem im Ruhrgebiet und in Köln, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen sagte. Die Behörde leitete gemeinsam mit der Essener Polizei den Einsatz. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Näheres zu seiner Person teilten die Behörden zunächst nicht mit. Der Einsatz sei ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es.

Die Aktion richte sich gegen 34 Beschuldigte überwiegend aus dem Irak und Syrien. Einige davon sollen Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung „Al-Salam-313“ sein, andere seien eher dem Umfeld zuzuordnen, erklärten die Fahnder.

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, sich am illegalen Einschleusen von Menschen nach Deutschland beteiligt und mit Waffen, Drogen, gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten gehandelt zu haben. Vor allem sei es darum gegangen, Beweise zu sichern, betonten die Ermittler. Sie stellten Computer, Handys, Datenträger, Drogen, sowie Bar- und Falschgeld im fünfstelligen Bereich sicher.

„Nach dem bisherigen Stand war das ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität“, bilanzierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Abschluss der Razzia am Mittag in Düsseldorf. Seinen Angaben zufolge war der Einsatz über Monate hinweg vorbereitet worden. „Die weiteren Ermittlungen sowie die Auswertung sichergestellter Gegenstände, insbesondere digitaler Datenträger, werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen“, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft.

In mehreren Städten ging die Polizei gegen irakische Rocker in NRW vor. Foto: dpa-infografik/dpa-infografik GmbH

Experten für Organisierte Kriminalität gehen davon aus, dass es sich bei „Al-Salam 313“ um ein eher neues Phänomen handelt. Die Organisation sei zwar öffentlich bisher weniger diskutiert worden, der Polizei aber wohlbekannt, sagte Reul. Ihr Aktionszentrum liege in NRW. Ob sie über NRW hinaus oder auch im Ausland agiere, könne er noch nicht sagen, so Reul. Offen ließ Reul auch, ob es sich um einen Clan oder eine Rockergruppe handelt. Das Landeskriminalamt stuft sie derzeit nicht als sogenannte „Outlaw Motorcycle Gang“ ein, zu denen etwa die „Hells Angels“ oder die „Bandidos“ gezählt werden. „Es kann sein, dass wir künftig auch aufgrund der heutigen Ermittlungen zu anderen Ergebnissen kommen“, sagte ein Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft Essen sprach von einer „rockerähnlichen Gruppierung“. So trügen die Mitglieder Motorrad-Kutten mit dem Emblem einer Friedenstaube. Zudem gebe es Hinweise auf eine streng hierarchisch organisierte Struktur, wie sie von Gruppierungen wie den „Hells Angels“ oder „Bandidos“ bekannt seien.

(dpa)
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