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Elektroschockwaffen: Polizisten erhalten auch in unserer Region „Taser“

Elektroschockwaffen : Polizisten erhalten auch in unserer Region „Taser“

Das Land will bis Ende des Jahres sieben weitere Polizeibezirke mit den politisch umstrittenen „Tasern“ ausrüsten. Auch eine Behörde in unserer Region wird die Elektroschockwaffen bald einsetzen.

Auch auf den Straßen der Städteregion Aachen werden Polizeibeamte in Kürze Elektroschockwaffen einsetzen können. Das Aachener Polizeipräsidium ist eine der sieben weiteren Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen, die bis zum Ende dieses Jahres mit „Tasern“ ausgerüstet werden sollen. Dies bestätigte die Behörde unserer Zeitung auf Anfrage.

Die Zahl sieben hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kürzlich im Innenausschuss des Landtags genannt, ohne näher darauf einzugehen, wo genau die Elektroschockwaffen zum Einsatz kommen sollen. Insgesamt wären damit bis Jahresende 18 von insgesamt 47 Polizeibehörden in NRW mit den Waffen ausgerüstet, die die Polizei „Distanzelektroimpulsgeräte“ (DEIG) nennt.

Dass man sich eher bedeckt hält, was Details zum Tasereinsatz angeht, liegt vermutlich daran, dass die Waffen umstritten sind. In Dortmund hatte es zuletzt zwei Todesfälle bei Polizeieinsätzen gegeben, bei denen auch ein Taser verwendet worden war. Ungeklärt ist bislang, welche Rolle die Elektroschockgeräte bei den Todesfällen spielten.

Auch politisch birgt das Thema im schwarz-grün regierten NRW einiges an Zündstoff. Während die Grünen den Einsatz ablehnen, will Innenminister Reul die Polizei im Land am liebsten so schnell wie möglich flächendeckend mit den Elektroschockgeräten ausrüsten. Im Landtag zog er zuletzt eine positive Bilanz. Seit Beginn der Erprobungsphase im vorigen Jahr habe es keinen Todesfall gegeben, sagte er.

Die betroffenen Polizeibehörden haben derweil offenbar einen Maulkorb verpasst bekommen. Man dürfe sich nicht zu dem Thema äußern, hieß es auf Anfrage bei der Polizei Aachen, deren Präsident Dirk Weinspach Mitglied bei den Grünen ist. Die Fragen unserer Zeitung wurden an das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg weitergeleitet und von dort aus beantwortet.

Ein ausführlicher Bericht folgt.