Aachen/Düren/Heinsberg: Polizei vermeldet kleine Erfolge im Kampf gegen Wohnungseinbrecher

Aachen/Düren/Heinsberg : Polizei vermeldet kleine Erfolge im Kampf gegen Wohnungseinbrecher

Natürlich nimmt Paul Kemen diese Zahlen nach den vielen Schlagzeilen über den Anstieg der Wohnungseinbrüche in der Städteregion Aachen gerade im vergangenen Jahr zufrieden zur Kenntnis: 977 Einbrüche sind zwischen Januar und Juni gemeldet worden, das sind 106 weniger als im Vorjahreszeitraum, statistisch ist dies ein Rückgang um 9,8 Prozent.

„Mit Sicherheit macht sich bemerkbar, dass wir viel Arbeit in diesen Bereich gesteckt haben. Wir sind massiv an die Täter rangegangen und waren enorm präsent“, sagt Kemen als Sprecher der Aachener Polizei. Aber eine „einleuchtende Begründung“ habe man für den Rückgang noch nicht gefunden. Schließlich sehe die Entwicklung für Belgien und die Niederlande, aber auch für das Ruhrgebiet ganz anders aus. Und so will Kemen die am Dienstag von Landes-Innenminister Ralf Jäger (SPD) veröffentlichten Zahlen nicht als Trendumkehr gelten lassen. „Das ist viel zu früh. Die dunkle Jahreszeit kommt erst noch“, sagt er.

Und wer weiß, ob Aachen und das Umland nicht doch noch im Laufe der nächsten Monaten Ziel einer organisierten Bande wird. „Und schon würden die Zahlen plötzlich wieder in die Höhe schnellen“, sagt Kemen: „Daher sind wir mit dem Lob ganz zurückhaltend.“ Zumal die Entwicklung in der Städteregion nicht einheitlich verlaufe. Während sich in der Stadt Aachen etwa der Rückgang der Einbruchszahlen im „satten zweistelligen Bereich“ bewege, stiegen diese in Alsdorf, Roetgen und Simmerath. Es gibt also noch genug zu tun.

Polizisten spezialisieren sich

„Wir haben eine spezielle Einsatztruppe zusammengestellt“, sagt Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Kreispolizei Heinsberg. Das Thema Einbruch sei als besonders wichtig erkannt worden. Seit 2013 ist Wohnungseinbruch deshalb bei der Polizei Heinsberg ein Behördenschwerpunkt. „Die Beamten bilden sich fort und können nun ganz anders ermitteln.“ Den Rückgang der Einbruchzahlen führt Frenken auf diese Spezialisierung und die damit einhergehende bessere Durchschlagkraft der Polizisten zurück. Gab es im ersten Halbjahr 2013 im Kreis Heinsberg noch 445 Einbruchfälle, waren es in diesem Jahr bis Ende Juni nur 414. Das sind etwa sieben Prozent weniger. Die Einbruchsfälle seien auf das Kreisgebiet etwa gleich verteilt, sagt Frenken.

Im Kreis Düren waren es mit 428 Einbruchsfällen knapp acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dort hat die Polizei im vergangenen Winter verstärkt Kontrollen und Sondereinsätze durchgeführt, um dem Phänomen Wohnungseinbruch entgegenzutreten, sagt Willi Jörres, Sprecher der Kreispolizei Düren. „Wir haben viel getan, um die Einbrüche aufzuklären“, sagt Jörres.

Die Aufklärungsquote ist ein erster Erfolg: Während im ersten Halbjahr 2013 nur sieben Prozent der Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden konnten, haben die Beamten 2014 genau 21 Prozent der Fälle gelöst. Drei Mal so viel. Für Jörres ist das auch ein Grund für die rückläufigen Einbruchszahlen: „Denn wenn mehr Straftäter eingesperrt sind, können sie auch keine Straftaten begehen.“

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