Aachen: Polizei stoppt potenziellen Amokläufer

Aachen: Polizei stoppt potenziellen Amokläufer

Dramatische Szenen in der Aachener City: Vermutlich hat die Polizei am Dienstagmittag in der Pontstraße in letzter Sekunde einen Amoklauf eines geistig verwirrten Mannes verhindert.

Laut Polizei stoppte eine Polizeibeamtin den Mann mit einem Schuss in den Oberschenkel, als dieser in der Nähe des Internationalen Zeitungsmuseums mit zwei blutverschmierten Messern auf eine Gruppe von Passanten losgehen wollte. Der Mann wurde überwältigt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Woher das Blut an seinen Messern stammt, ist noch unklar. „Es gibt bisher keinen Hinweis auf andere Verletzte”, erklärt Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage. Vermutlich habe sich der Mann die Wunden selbst zugefügt. Die Polizistin erlitt einen Schock und wird von einem Notfallseelsorger betreut. Die Pontstraße war zeitweise zwischen Markt und Neupforte gesperrt. Etwa 100 Polizisten waren vor Ort im Einsatz.

Es war gegen 13.15 Uhr, als der Notruf bei der Polizeileitstelle einging. „Kommen Sie schnell, hier läuft ein Verwirrter mit zwei blutverschmierten Messern herum”, meldete ein Anrufer aus dem Bereich Driescher Gässchen. Kurz darauf konnte die Polizei den Mann hinter der Neupforte in der Pontstraße stellen - just in dem Moment, als dieser auf die Gruppe von Passanten losgehen wollte. Auf Rufe reagierte der Mann laut Polizei nicht, auch der Einsatz von Pfefferspray sei ohne Wirkung geblieben, weswegen die 31 Jahre alte Polizistin ihre Dienstwaffe zog und schoss.

Zwei Stunden nach der Tat konnte laut Polizei die Identität des 52-Jährigen, der zurzeit nicht vernehmungsfähig ist, ermittelt werden. Polizeilich sei er bislang nur wegen eines Eigentumsdeliktes in Erscheinung getreten. Der Mann wohnt seit 2002 am Pontdriesch. Dort begann offenbar heute Mittag seine blutige Tour durch die Innenstadt. Die Polizei hat mittlerweile seine Wohnung durchsucht, um weitere Anhaltspunkte zu den Hintergründen der Tat finden.

Auch drei Stunden nach der Tat haben sich bei der Polizei immer noch Eltern gemeldet, deren Kinder das Geschehen am Nachmittag verfolgten. Zum Teil seien die Kinder vom Geschehen gezeichnet. Die Opferschutzbeauftragten der Aachener Polizei stehen unter 0241/9577-34401 zur Verfügung.

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