Grefrath/Mönchengladbach: Polizei sieht heiße Spur im Fall Mirco

Grefrath/Mönchengladbach : Polizei sieht heiße Spur im Fall Mirco

Genau acht Wochen nach Verschwinden des kleinen Mirco im niederrheinischen Grefrath hat die Polizei eine heiße Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter mit einem Kombi des Typs VW-Passat unterwegs war, teilte die Polizei in Mönchengladbach am Freitag mit.

„Egal was der Täter bis heute unternommen hat - kennen wir diesen VW-Passat-Kombi, klären wir das Schicksal des Jungen”, sagte der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel, der Mitteilung zufolge. „Die Schlinge zieht sich allmählich zu.”

Die Ermittler wollen mit allen Haltern passender Fahrzeuge in der Region Kontakt aufnehmen. Sie suchen nach einem bestimmten Typ, der in den Jahren 2005 bis 2010 gebaut worden sei. Die Farbe sei wegen der Dunkelheit zur Tatzeit nicht bekannt, berichtete die Polizei.

Der elf Jahre alte Mirco wird seit dem 3. September vermisst - dem Abend des Fußball-EM-Qualifikationsspiels zwischen Deutschland und Belgien. Die Polizei geht von einem Sexualverbrechen aus. Wochenlang hatten bis zu 1000 Polizisten das Gebiet rund um Grefrath nahe der Grenze zu den Niederlanden durchkämmt. Es war eine der größten Suchaktionen in Deutschland. Der Junge war auf dem Heimweg von einer Skater-Anlage verschwunden, zurück blieb am Wegesrand sein Fahrrad. Später wurden an verschiedenen Straßen in der Umgebung Kleidungsstücke des Kindes entdeckt.

Die Polizei bittet jeden, der einen VW-Passat-Kombi fährt, sich selbst bei der Sonderkommission zu melden. „Ziel ist, alle VW-Passat- Kombis zu erfassen, die in Grefrath und Umgebung geführt werden, um Zug und Zug immer mehr Unverdächtige auszuschließen”, erläuterte Thiel. Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass sich der Täter unauffällig in der Mitte der Gesellschaft bewegt - „ob ledig oder gar als Familienvater”.

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