Tödlicher Stoß vor Zug: Polizei in Voerde sucht Motiv

Tödlicher Stoß vor Zug : Polizei in Voerde sucht Motiv

Ein Mann stößt eine Frau ohne ein Wort vom Bahnsteig vor einen einfahrenden Zug. Die Polizei ist sich sicher, mit einem 24-Jährigen den richtigen Mann zu haben. Ein Rätsel bleibt aber das Motiv.

Drei Tage nach dem tödlichen Stoß von einem Bahnsteig in Voerde ist das Motiv für die Tat weiterhin unklar. Es gebe „viele tragfähige“ Zeugenaussagen, die sich nicht widersprechen, sagte Polizeisprecherin Jacqueline Grahl am Dienstag. Es sei klar, dass der 24 Jahre alte Tatverdächtige wegen Mordes angeklagt werde. „Wir suchen jetzt nicht mehr einen Mörder, sondern wir suchen das Motiv.“ Die Ermittler versuchten dazu auch, die letzten Stunden des Beschuldigten vor der Tat zu rekonstruieren.

Der in Deutschland geborene Serbe soll eine 34 Jahre alte Frau am Samstag von hinten und ohne ein Wort vom Bahnsteig vor einen einfahrenden Zug gestoßen haben. Die Frau starb an ihren Verletzungen. Der auch schon vorher polizeibekannte Mann sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll die Frau heimtückisch und aus Mordlust ins Gleisbett vor die Regionalbahn Richtung Oberhausen gestoßen haben. Er schweigt weiterhin zu den Vorwürfen. Den Angaben nach lebte er getrennt von seiner Frau und seinen zwei Kindern.

GdP: Tat wie in Voerde nicht zu verhindern

Ein tödlicher Stoß vor einen einfahrenden Zug wie am Niederrhein lässt sich nach Einschätzung der Polizeigewerkschaft GdP Nordrhein-Westfalen nicht verhindern. Der Landesvorsitzende Michael Mertens vermutet eine Zufallstat: „Der hat sie zufällig auf dem Bahnsteig gesehen und sich entschlossen, die Frau vor den Zug zu stoßen“, sagte Mertens.

Das sei eine nicht voraussehbare und sehr heimtückische Tat: „So etwas kann man nicht voraussehen. Wenn man so etwas verhindern möchte, müsste man sämtliche Bahnsteige sperren, bis der Zug steht. Das ist völlig unrealistisch“, sagte Mertens. Alternativ würde ein Täter dann jemanden im Straßenverkehr vor den Bus stoßen.

Die Deutsche Bahn äußerte Betroffenheit und Anteilnahme mit der getöteten Frau: „Die Deutsche Bahn ist über den Tod der jungen Frau am Bahnhof in Voerde zutiefst erschüttert.“ Die Anteilnahme und das Beileid gelte den Angehörigen der Frau.

(dpa)
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