Aachen: Plagiate auch an der RWTH Aachen

Aachen: Plagiate auch an der RWTH Aachen

Die RWTH Aachen hat nach Hinweisen von VroniPlag in den Jahren 2014 und 2015 drei Geisteswissenschaftlern nachträglich ihre Doktortitel aberkannt. Das haben Recherchen unserer Zeitung ergeben.

RWTH-Sprecher Thorsten Karbach bestätigte dies am Dienstag, bezeichnete die drei Fälle jedoch als „verschwindend gering“ angesichts der Vielzahl von Abschlussarbeiten, die an der RWTH eingereicht würden.

Bei den drei Dissertationen handelt es sich laut VroniPlag Wiki um wissenschaftliche Arbeiten, die in den Jahren 2006, 2007 und 2008 an der Philosophischen Fakultät der RWTH am Institut für Politische Wissenschaft eingereicht worden waren.

Die drei Doktorarbeiten, die VroniPlag aufgrund anonymer Hinweise im Jahr 2013 untersucht hatte, wiesen Fälschungsfaktoren zwischen 26 und 42 Prozent aus. Bei einer dieser Arbeiten, die 207 Seiten umfasste, hatte VroniPlag 87 Seiten als Plagiat erkannt. Zum Teil hatten die Doktoranden aus ihrer eigenen Magisterarbeit abgeschrieben.

„Wir nehmen das Thema sehr ernst und werden jeden Hinweis sorgfältig prüfen“, sagte Karbach und verwies auf die „gut funktionierenden“ Kontrollmechanismen der RWTH: die interdisziplinär besetzte Kommission zur Aufklärung wissenschaftlichen Fehlverhaltens der RWTH Aachen unter Vorsitz von Professor Dominik Groß.

Zwischen 2012 und 2016 seien der Kommission elf Verdachtsfälle auf Plagiate gemeldet worden, so Karbach. In allen Fällen habe sich der Verdacht nicht bestätigt. Moniert worden seien in wenigen Einzelfällen lediglich fahrlässige Verstöße gegen die wissenschaftliche Sorgfaltspflicht, wie zum Beispiel falsches Zitieren. Die drei Plagiatsfälle aus dem Jahr 2013 waren der Fakultät direkt gemeldet worden.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Uni Münster jetzt acht Medizinern ihre Doktortitel wegen Abschreibens aberkannt hatte.

Mehr von Aachener Zeitung