Köln: PKK-nahes Kurden-Fest soll aus Sicherheitsgründen ausfallen

Köln : PKK-nahes Kurden-Fest soll aus Sicherheitsgründen ausfallen

Ein in Köln geplantes kurdisches Kulturfestival mit bis zu 30.000 erwarteten Teilnehmern soll aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Die Emotionalisierung von Türken und Kurden macht der Polizei Sorgen.

„Die jüngsten gewalttätigen Konflikte in der Türkei führen zu einer hohen Emotionalisierung auch der hier in Köln lebenden Kurden und Türken und bereiten uns große Sorgen”, teilte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Mittwoch zur Begründung mit. Das „24. Internationale Kurdische Kulturfestival” war für den 3. September im Rhein-Energie-Stadion geplant. Der Stadionbetreiber werde der Empfehlung folgen und keinen Vertrag für die Veranstaltung unterzeichnen, teilte die Polizei mit.

Nach vergleichbaren Veranstaltungen sei davon auszugehen, dass im Stadion massiv Werbung für die auch in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK betrieben werden solle, erklärte Mathies. Diese Aktionen würden auch außerhalb des Stadions insbesondere von türkischen Nationalisten wahrgenommen.

Bei einem Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Lager seien - vor allem während der An- und Abreise - gewalttätige Aktionen zu erwarten. Die Kölner Sportstätten GmbH wolle entsprechend der Empfehlung der Polizei die Gespräche mit dem Veranstalter nicht fortsetzen und keinen Veranstaltungsvertrag unterzeichnen.

Veranstalter ist das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland” (Nav-Dem). Es wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als Dachorganisation PKK-naher Vereine angesehen. Nav-Dem hatte bereits betont, dem diesjährigen Festival komme „vor dem Hintergrund der besorgniserregenden Entwicklungen in der Türkei” eine große Bedeutung zu. Das Festival findet seit 1992 jedes Jahr in Köln oder Düsseldorf statt, in den vergangenen Jahren ohne Zwischenfälle.

„Kölnische Rundschau” und „Kölner Stadt-Anzeiger” haben bereits von der Absage berichtet.

(dpa)