Aachen: „Pilgern im Dreiländereck“: Ein Buch voller Geschichten

Aachen: „Pilgern im Dreiländereck“: Ein Buch voller Geschichten

„Pilgern macht den Kopf frei“, sagt Martin Thull, Buchautor, Journalist und ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung im Zeitungsverlag Aachen. Der Aachener, der in St. Augustin bei Bonn lebt, hat schon einige Werke rund um das besinnliche Wandern veröffentlicht und schöpfte dabei gern aus eigenen Erfahrungen mit schwerem Rucksack, wunden Füßen und schönen Begegnungen.

Das nun erschienenen Buch „Pilgern im Dreiländereck“ greift diese Thematik in einer neuen Form auf. „Es geht nicht nur um konkrete Pilgerwege, sondern um Orte, die etwas Besonderes erzählen, vom Leben der Menschen, von Persönlichkeiten oder auch Kuriositäten“, betont Thull, der erst nach einem Zögern dem Angebot des Grenz-Echo Verlages gefolgt ist.

„Wir feiern zurzeit 90 Jahre Grenz-Echo, das Buch mit über 50 Zielen ist ein Teil unseres Jubiläums“, sagt Guido Bertemes, Geschäftsleiter des Buchverlages. Recherchen ergaben, dass es in Deutschland, Belgien und den Niederlanden allerhand zu entdecken gibt. Man hat sich dabei für einen Radius von 100 Kilometern rund um Aachen entschieden.

Neben bekannten Orten wie das belgische Banneux oder — ganz in der Nähe — Moresnet, Aachens Dom mit den Textilreliquien, Düren mit dem Haupt der heiligen Anna oder Kallmuth mit seinem St. Georgsritt gibt es spannende Entdeckungen, mit denen „Pilgern im Dreiländereck“ selbst für Nicht-Wanderer zum faszinierenden Lesebuch wird.

Etwa die Geschichte vom glühenden Hubertusschlüssel aus Neufchâteau, der gegen Tollwut eingesetzt wurde, indem man dem Opfer die Wunde ausbrannte, oder der Sand unter dem Hochgrab des heiligen Gerlach in Hou-them-Sint Gerlach, von dem sich Pilger ein Schäufelchen mitnehmen dürfen, was dann unter das Viehfutter gemischt wird — als Schutz vor Krankheit.

Immer wieder führt Thull die Leser an stille Orte, zum Beispiel nach Echt, wo man an Edith Stein erinnert. Oder zu einer fünfeckige Feldkapelle, streng und meditativ, des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor in Mechernich — ein außergewöhnliches Werk und die außergewöhnliche Geschichte eines Landwirtspaars aus der Eifel.

Martin Thull recherchiert professionell, ist ein humorvoller, kluger Erzähler und mit dem Herzen bei der Sache. Umfangreiche Informationen zu allen Orten inklusive Internethinweise sowie drei regionale Jakobswege runden das Buch ab.

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