Venlo/Region Aachen: Pferdeherpes-Welle hat die Region noch nicht erreicht

Venlo/Region Aachen: Pferdeherpes-Welle hat die Region noch nicht erreicht

Mehrere Fälle von Pferdeherpes in nördlich gelegenen Teilen der Niederlande haben landesweit zur Absage von pferdesportlichen Veranstaltungen geführt. Das Virus kann bei Pferden harmlose, Grippe-ähnliche Symptome auslösen, aber auch das Rückenmark befallen und tödliche Lähmungserscheinungen hervorrrufen.

In unserer Region ist die Krankheit derzeit (noch) kein Thema, bestätigen das Aachener Kreisveterinäramt und Dr. Friedrich-Wilhelm Hanbücken übereinstimmend. Hanbücken betreibt in Lichtenbusch bei Aachen eine Pferdepraxis, betreut mit seinem Team seit 1998 den Aachener CHIO und ist im Sommer Mitglied der Veterinärkommission bei den Olympischen Spielen in London.

„Das Virus und die Schäden, die es anrichtet, sind seit langem bekannt”, erläutert der Mediziner. Genauso bekannt sei, dass es einen wirksamen Schutz gegen die Infektion gibt. Doch viele Pferdehalter scheuten die Kosten für die Impfung, nach erfolgter Grundimmunisierung alle sechs Monate rund 25 Euro. „Wenn dann irgendwo in der Nähe die ersten Fälle auftreten, bricht die Panik aus.” Innerhalb von 24 bis 48 Stunden lasse sich aber mit einem so genannten Lebendimpfstoff eine erste wirksame Barriere gegen das Virus aufbauen.

Zwar senke auch die vorbeugende Impfung das Infektionsrisiko nicht völlig auf Null. Falls die Krankheit ausbreche, verlaufe sie jedoch wesentlich milder.

Denn die Krankheit kann tückisch sein bis zum Tod. Während vor allem bei jungen Pferden der Verlauf eher harmlos sei und einer Grippe ähnele, können bei einer schwereren Form, die vor allem tragende Stuten befällt, diese ihr Fohlen verlieren. Im schlimmsten Fall, der so genannten „neurologischen Verlaufsform”, wird das Rückenmark des Pferdes befallen. Es kommt zu Lähmungserscheinungen ähnlich einer Querschnittslähmung, bis hin zum Tod des Tieres.

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