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Einzigartiges Forschungsprojekt: Parteiübergreifender Vorstoß für das Einstein-Teleskop

Einzigartiges Forschungsprojekt : Parteiübergreifender Vorstoß für das Einstein-Teleskop

Das Einstein-Teleskop soll ein wegweisendes Forschungsprojekt in der Region werden. Doch das zuständige Bundesministerium will den Bau in den Niederlanden finanziell nicht bezuschussen. Nun gibt es eine neue Initiative mehrerer NRW-Landtagsfraktionen.

Das Einstein-Teleskop soll Gravitationswellen messen und damit – kurz gesagt – einen genauen Blick auf die Entstehung des Universums ermöglichen. Nach Inbetriebnahme würde es das Dreiländereck an die Spitze der Gravitationsforschung setzen. Zeitgleich würden Tausende Arbeitsplätze entstehen – so der Plan, an dessen Konzeptionierung neben der RWTH Aachen zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen aus Europa beteiligt sind.

Doch im August teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit, dass es „auf absehbare Zeit keinerlei Spielräume für eine direkte finanzielle Beteiligung Deutschlands am Bau des Einstein-Teleskops“ sehe. Knackpunkt sei eine fehlende „Finanzierungsperspektive“, bevor die Entscheidung für den Standort endgültig fällt. Unter anderem sind etwa die Lausitz sowie Ungarn und Sardinien im Gespräch.

Die Landtagsfraktionen der FDP, CDU, SPD und der Grünen in NRW wollen nun nochmals mit Nachdruck für finanzielle Unterstützung aus Bundesmitteln werben. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die sie am Donnerstag veröffentlichten, fordern sie die schwarz-grüne NRW-Landesregierung auf, „sich bei der Bundesregierung dafür stark zu machen, dass das Einstein-Teleskop-Projekt mit Standort Limburg in die zu aktualisierende ‚Nationale Roadmap Forschungsinfrastrukturen’ aufgenommen wird.“ Zudem sollen Gespräche mit der niederländischen Provinzregierung zur Klärung der Finanzierung forciert werden. Die Niederlande haben bereits eine Beteiligung an den Baukosten in Höhe von fast einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt.

Das Land NRW soll zudem mit der gegründeten „Einstein Telescope Scientific Collaboration“ sowie mit den Niederlanden, Belgien und der Europäischen Union Gespräche aufnehmen, „um die Umsetzung des Einstein-Teleskop-Projekts am Standort Limburg zu unterstützen“, heißt es weiter. Das Einstein-Teleskop am Standort Limburg sei ein Projekt der „Spitzenforschung mit globaler Ausstrahlung“ und werde einzigartige astrophysikalische Informationen sowie Erkenntnisse zur Grundlagenphysik aus schwarzen Löchern und Neutronensternen hervorbringen.

„Es ist auch eine herausragende Möglichkeit, durch Innovationen und Technologietransfer zahlreiche direkte und indirekte Arbeitsplätze in allen drei Ländern zu schaffen – und somit die dringend erforderliche Transformation in den Regionen zu unterstützen“, erklärt Dr. Werner Pfeil für die FDP-Landtagsfraktion in der Pressemitteilung.

(cheb)