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Aachen: Opfer mit schweren Kissen erstickt?

Aachen : Opfer mit schweren Kissen erstickt?

Unter drei Kissen und einer schweren Uhr aus Bronze fanden Polizeibeamte am 13. Mai 2003 die Leiche eines 51-jährigen Mannes aus Geilenkirchen begraben vor.

Am Mittwoch begann vor dem Landgericht Aachen der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder. Habgier soll den 21-Jährigen zu der grauenhaften Tat, die laut An- klage auch ein Raub mit Todesfolge war, getrieben haben.

So soll der gebürtige Kongolese das angetrunkene Opfer in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai nach einigen gemeinsam verbrachten Stunden zunächst mit den Fäusten bearbeitet und den 30 Jahre älteren Freund anschließend unter der beschwerten Kissendecke erstickt haben. Mit diversen Armbanduhren, einem DVD-Player, einer Digitalkamera und anderen Gegenständen soll der Täter dann die Flucht ergriffen haben.

Unter der Beute befand sich auch ein Handy. Damit soll der junge Mann nach der Tat munter umher telefoniert und somit die Spur auf sich gelenkt haben. Im Geilenkirchener Rathaus klickten schließlich die Handschellen. Da war der junge Mann gerade dabei, einen Reisepass abzuholen.

Vor Gericht hüllt er sich indes in Schweigen. Dafür sprechen seine Freunde im Zeugenstand umso mehr. Zum Beispiel ein 20 Jahre alter Bundeswehrsoldat, der seit Jahren mit dem Angeklagten in der Wohnung des Opfers ein- und ausging. Dieser Zeuge will einige Tage nach dem mutmaßlichen Mord die verschwundenen Elektronik-Geräte des Opfers noch in der Wohnung des Angeklagten gesehen haben.

Darauf angesprochen, habe der Angeklagte ihm gesagt, er habe die Dinge von einem anderen schwarzen Mann bekommen und sie seien zum Verkauf gedacht. „Für mich ist es ein sehr unverständliches Geschehen”, erklärte der Zeuge dem vorsitzenden Richter. Der Angeklagte habe zu seinen besten Freunden gezählt, sagte der 20-Jährige weiter.

Der Angeklagte und der Zeuge gehörten zu einer Gruppe von jungen Leuten, die das Tatopfer um sich scharte. Er gewährte den „netten Jungens”, wie er sie seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau beschrieb, Zugang zu seinem Geld, ließ sie für sich einkaufen. Die Witwe beschrieb das Opfer vor Gericht als friedlich, aber auch ein bisschen rechthaberisch.