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Aachen/Geilenkirchen: Ominöser „Zeuge” streitet alles ab

Aachen/Geilenkirchen : Ominöser „Zeuge” streitet alles ab

Im Prozess um den Raubmord an einem 51-Jährigen aus Geilenkirchen ist ein 18-Jähriger aus Gangelt ins Spiel gekommen.

Nach Aussagen mehrerer Zeugen soll er erklärt haben, der Angeklagte habe die Tat nicht allein begangen und er selbst sei bei dem Geschehen mit in der Wohnung des Opfers gewesen.

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen mochte der junge Mann, der unter laufender Bewährung steht, dasselbe aber nicht bestätigen. Er habe nichts mit der Tat zu tun, sagte er am Montag.

Er habe das Opfer nicht gekannt, sei nie in dessen Wohnung gewesen und habe außerdem ein Alibi. Auf Nachfrage, wann genau die Tat denn passiert sei, musste der junge Mann allerdings passen.

Der Vorsitzende Richter ließ die Aussage des Zeugen, der seiner Ladung nicht aus freien Stücken gefolgt war, sondern von der Polizei vorgeführt werden musste, zu Protokoll nehmen: „Damit wir bei Ihrem Meineid-Prozess etwas in der Hand haben.”

Der Zeuge ließ sich jedoch nicht bange machen und blieb bei seiner Aussage: Noch nicht einmal aus Wichtigtuerei habe er irgendwo erwähnt, er sei „dabei” gewesen. Zuletzt leistete er sogar einen Schwur ab.

Verteidiger Lars Nozar aus Saarbrücken vermutet unterdessen einen Komplott gegen den Angeklagten, der möglicherweise auch Opfer einer perfiden Erpressung sei. So sei denkbar, dass der Angeklagte, ein stets um Ausgleich und Frieden bemühter Gruppenleiter eines Jugendtreffs in Geilenkirchen, mit seiner Harmonie und Anti-Drogen-Haltung einigen Leuten im Weg gestanden hat.

Gegen den im Kongo geborenen Mann spreche derzeit jedenfalls nur die Tatsache, dass er mit dem Handy des Getöteten telefoniert habe und dass Zeugen Gegenstände des Opfers in seiner Wohnung gesehen haben wollen. Keinesfalls aber seien am Tatort DNA-Spuren des Schwarzafrikaners gefunden worden.

Für den Prozess hat die Schwurgerichtskammer nun drei weitere Verhandlungstage festgelegt.