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Keine grüne Welle mehr : Oberbürgermeisterkandidat will Umweltspuren in Düsseldorf abschaffen

Keine grüne Welle mehr : Oberbürgermeisterkandidat will Umweltspuren in Düsseldorf abschaffen

Der kandidierende Oberbürgermeister der CDU plant die Umweltspuren in der Düsseldorfer Innenstadt abzuschaffen. Grund dafür sei das zu hohe Stau-Aufkommen.

Stephan Keller, designierter Oberbürgermeisterkandidat der CDU in Düsseldorf, will im Fall seines Sieges die Umweltspuren abschaffen. Das sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitag). Früher habe er 14 Minuten bis in die Stadt gebraucht, heute seien es 40: „Wir hatten einst die beste grüne Welle Europas, wo ist sie hin? Künstlicher Stau bedeutet mehr Emissionen, das ist nicht sinnvoll“, so der derzeitige Kölner Stadtdirektor, der mit seiner Familie in Düsseldorf lebt.

Düsseldorf hatte zunächst im April 2019 zwei kürzere und in den Herbstferien eine dritte längere Umweltspur eingerichtet. Die Sonderfahrbahnen sind für Busse, Taxis, Elektroautos, Fahrräder und Fahrgemeinschaften geöffnet.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sind sie ein Erfolg. „Ich gehe davon aus, dass wir Dieselfahrverbote abgewendet haben“, hatte er im Dezember in einem von der Stadt produzierten Videointerview gesagt. Es gebe sinkende Schadstoffwerte, „insbesondere auf der am stärksten belasteten Corneliusstraße“.

Geisel hatte 2014 die 15 Jahre währende CDU-Ära auf dem OB-Sessel beendet. Bei den Wahlen am 13. September tritt er erneut an. Die Grünen haben den Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld nominiert, die FDP die Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Linke und AfD wollen ihre Kandidaten noch nominieren.

Die FDP-Kandidatin hatte bereits mit mehreren Aktionen an der umstrittenen Düsseldorfer Umweltspur für Aufsehen gesorgt. Unter anderem stellte sie ein Plakat mit Werbung für eine Lieder-Liste auf, die man im Stau hören könne.

(dpa)