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Impfaktion in NRW: Nur ganz wenige haben zweite Astrazeneca-Spritze

Impfaktion in NRW : Nur ganz wenige haben zweite Astrazeneca-Spritze

Mit dem Impfstoff von Astrazeneca haben in Nordrhein-Westfalen bisher 368.160 Menschen eine Erstimpfung gegen Corona erhalten. Aber nur ganz wenige davon - 139 Menschen - haben auch schon die zweite Spritze für den vollen Impfschutz bekommen.

Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Insgesamt gibt es in NRW aktuell 1.384.577 Erstgeimpfte mit allen drei bislang zur Verfügung stehenden Impfstoffen. Das entspricht 7,7 Prozent der Bevölkerung. Bei den Zweitimpfungen sind es 3,4 Prozent der Bevölkerung. Beide Quoten liegen leicht unter dem Bundesdurchschnitt (8,1 und 3,5 Prozent).

Um das generelle Tempo der Impfaktion in Nordrhein-Westfalen zu erhöhen, hatte das Land Anfang März beim Astrazeneca-Vakzin die Zweitimpfung von der neunten auf die zwölfte Woche verschoben. Das wurde den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge damals nach neuen Erkenntnissen sogar empfohlen. Es wurden nach früheren Angaben keine entsprechenden Rücklagen mit Impfdosen aufgebaut. Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna wird hingegen die Hälfte der eintreffenden Liefermengen für die zweite Spritze zurückgelegt.

Das vorübergehende Aussetzen von Covid-19-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca wird laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Impfpläne durcheinander bringen. „Das wird viele Strategien wieder verändern“, sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Montag in der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Laschet?“. „Wir haben darauf gesetzt, dass wir jetzt sehr schnell, sehr breit impfen, den Stoff sogar zu den Hausärzten geben. Und jetzt ist er gar nicht mehr da, jedenfalls nicht die nächsten Tage.“ Hier müsse Politik wieder reagieren. In NRW seien die Impfungen sofort gestoppt und die Bürger informiert worden.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, man setze die Impfungen mit Astrazeneca deutschlandweit vorerst aus. Das sei ein vorsorglicher Schritt. Es berief sich auf eine Empfehlung des in Deutschland für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts.

(dpa)