Aachen: NRW will Kunstherzen für Patienten entwickeln

Aachen: NRW will Kunstherzen für Patienten entwickeln

Ziel ist eine medizin-technische Revolution und damit neue Hoffnung für Herzpatienten: Nordrhein- westfälische Wissenschaftler wollen unter dem Projekttitel „ReinHeart” ein neues, besonders kleines und langlebiges Kunstherz entwickeln.

„"ReinHeart" wird neue medizinische Maßstäbe setzen”, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag am Herz- und Diabeteszentrum des Landes in Bad Oeynhausen. Das Land fördert das ehrgeizige Projekt mit 1,9 Millionen Euro.

Projektleiter ist Professor Thomas Schmitz-Rode vom Institut für Angewandte Medizintechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Projektpartner ist die mecora Medizintechnik GmbH in Aachen. Insgesamt sind für die kommenden drei Jahre Projektmittel von 4,8 Millionen Euro vorgesehen. Neben der Landesförderung kommen rund 2,4 Millionen Euro von der EU. Der Projektträger übernimmt rund 500 000 Euro.

„Erstmals können Menschen, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, auf eine dauerhaft verbesserte körperliche Leistungsfähigkeit hoffen ­ unabhängig von der ungewissen Hoffnung auf eines der viel zu knappen Spenderherzen”, sagte Laumann.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums leiden in Europa ein bis zwei Prozent der Menschen an einer chronischen Herzschwäche. Wegen steigender Lebenserwartung wächst auch die Zahl der Betroffenen. Im Jahr 2008 konnten in Deutschland lediglich 366 Herzen transplantiert werden. Zugleich warteten 1026 Patienten auf eine lebensrettende Organtransplantation. In Europa starben 2007 etwa zehn Prozent der Patienten, die auf der Warteliste zur Herztransplantation standen.

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