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In Schulen und Kitas: NRW will künftig nur infizierte Kinder in Quarantäne schicken

In Schulen und Kitas : NRW will künftig nur infizierte Kinder in Quarantäne schicken

In Nordrhein-Westfalen sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne.

„Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dazu am Dienstagabend in Düsseldorf.

Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden. Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken.

Nur wenn mehrere Kinder infiziert seien und deshalb von einem erkennbar größeren Ausbruchsgeschehen ausgegangen werden könne, sollen Gesundheitsämter über das einzelne Kind hinaus Anordnungen zur Quarantäne erlassen, hieß es. Diese Kontaktpersonen können aber vorzeitig zurückkehren, wenn nach fünf Tagen ein PCR-Test negativ ausfällt.

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten sich am Montag für weniger strenge Quarantäne-Regeln bei Coronavirus-Fällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss.

Der Virologe Alexander Kekulé äußerte sich kritisch dazu. Er sagte im Podcast „Corona-Kompass“ von MDR-Aktuell, dies sei ein Paradigmenwechsel. Das müsse die Politik den Eltern gegenüber transparent machen. „Wir gehen hier ein ziemlich hohes Risiko ein. Wir werden die Fälle nicht mehr nachverfolgen können. Wir nehmen in Kauf, dass die Kinder infiziert werden.“

(dpa)