NRW startet Jobangebot für Langzeitarbeitslose mit 11.000 Plätzen

Bund übernimmt Lohn für 11.000 Plätze : NRW startet Jobangebot für Langzeitarbeitslose

Wer über Jahre arbeitslos ist, kommt oft kaum aus eigener Kraft wieder an einen Job. Jetzt springt der Staat ein und übernimmt in den ersten Jahren den Lohn. In NRW startet das Angebot im Januar mit 500 Plätzen, rund 11.000 werden es im ganzen Jahr.

Langzeitarbeitslose in Nordrhein-Westfalen bekommen eine neue Chance für die Rückkehr in den Beruf: Das Ende 2018 verabschiedete bundesweite Teilhabechancengesetz startet im neuen Jahr in Nordrhein-Westfalen mit zunächst 500 Plätzen. Für das gesamte Jahr 2019 seien NRW-weit rund 11.000 Plätze vorgesehen, sagte ein Sprecher der Landesarbeitsagentur der Deutschen Presse-Agentur. Die Vorbereitungen liefen mit Hochdruck.

Mit dem Angebot soll speziell Arbeitslosen der Wiedereinstieg ermöglicht werden, die in sieben Jahren mindestens sechs Jahre Hartz IV bekommen haben. Fünf Jahre lang wird der Job gefördert - in den ersten beiden Jahren werden die Lohnkosten voll übernommen, dann sinkt der Zuschuss jedes Jahr um zehn Prozentpunkte. Hinzu kommt ein intensives Coaching.

NRW-weit waren im November 2018 trotz der dynamischen Konjunktur und gesunkenen Arbeitslosenzahlen immer noch gut 257.000 Menschen mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung. Hauptbrennpunkt ist dabei mit knapp 96.000 Langzeitarbeitslosen das Ruhrgebiet. Besonders schwer haben es Arbeitslose, die seit mehreren Jahren ohne Beschäftigung sind.

Mit dem Angebot solle der „verfestigte Sockel von Langzeitarbeitslosigkeit“ angegangen werden, hatte Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) bei der Verabschiedung des Programms im November gesagt. Die Förderbedingungen des Gesetzes - sieben Jahre Leistungen, sechs Jahre Hartz IV - erfüllen in NRW rund 173.000 Menschen.

Spezielle Programme für Langzeitarbeitslose gibt es schon seit vielen Jahren. Dabei wurde aber meist gemeinnützige und zusätzliche Arbeit angeboten. „Nach dem Ende der Förderung kam fast immer der Bruch“, sagt ein erfahrener Praktiker wie der Dortmunder Jobcenter-Chef Frank Neukirchen-Füsers. Das neue Gesetz zielt stärker auf Arbeit, die am Markt gebraucht wird und damit auf eine Übernahme in reguläre Beschäftigung nach dem Ablauf der Förderung. Die lange Förderzeit über fünf Jahre soll den Bewerbern die nötige Zeit lassen, in die Aufgaben hineinzuwachsen.

(dpa)
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